Hintergrund Grafik - Klima.Werk

Bauanleitung: Durchlässige Befestigung

Alles Wichtige zur Maßnahme, Vorbereitung, Umsetzung und Pflege

Durchlässige Befestigungen ermöglichen dir, Flächen auch während und nach Regen fällen uneingeschränkt betreten zu können, ohne auf eine gute Wasserdurchlässigkeit der Fläche zu verzichten.

Foto von einer umgesetzten durchlässigen Befestigung

Das Grundprinzip der durchlässigen Befestigung

Bei durchlässigen Befestigungen entsteht möglichst kein Niederschlagsabfluss auf andere Flächen. Regenwasser verbleibt im Kreislauf, statt über die  abgeführt zu werden. Je nach Regelung in deiner Stadt kann die Anlage durchlässiger Befestigungen dazu führen, dass deine Nieder schlags wassergebühr reduziert wird oder du sogar ganz davon befreit wirst. Kleinere durchlässige Befestigungen kannst du gut selbst anlegen. Du benötigst dafür wasserdurchlässige Pflastersteine, auch Ökopflaster genannt. Das sind entweder haufwerksporige Pflaster, die aufgrund ihres lockeren Aufbaus das Durchsickern von Wasser ermöglichen wie eine Art betongewordener Schwamm, oder Pflasterbeläge, bei denen das Wasser durch die Fugen oder durch Öffnungen und Aussparungen im Stein abfließen und versickern kann.

Illustration des Grundprinzips einer durchlässigen BefestigungIllustration des Grundprinzips einer durchlässigen Befestigung

Check: Voraussetzungen und wichtige Hinweise zur Planung

 

Durchlässige Befestigungen sind ein geeignetes Verfahren für dich, wenn…

Das solltest du vor dem Start beachten:

 

 

Bodentest 

Teste die Durchlässigkeit mit dem Bodentest:

So legst du deine durchlässige Befestigung an

Das brauchst du für den Bau:

  • Schubkarre
  • Splitt
  • Schaufel
  • Harke
  • Besen
  • Beton
  • Randsteine
  • Schotter
  • Rasengittersteine oder Ökopflaster
  • Mischeimer
  • Abziehleiste
  • Zollstock
  • Gummihammer
  • Maurerschnur und Schnurnägel
  • Stampfer oder Rüttler
  • Mischbottich
  • Steinschneider
  • Maurerkelle
  • Wasserwaage

Falls du eine eine bereits befestigte Fläche entsiegeln möchtest, brauchst du zusätzlich:

  • Spitzhacke
  • Hammer
  • Presslufthammer
  • Spaten

Bauanleitung: Schritt für Schritt 

Zum nächsten Schritt wischen 

Eine Illustration der Bauanleitung für eine durchlässige Befestigung

Hebe die Fläche, die du gestalten möchtest, aus.

Wie tief musst du graben? Die Tiefe ergibt sich aus der Höhe der Pflastersteine plus einer Bettungsschicht aus Splitt (3 bis 5 cm) und einer Tragschicht aus Schotter (25 bis 30 cm).

Falls es sich um eine bereits befestigte Fläche handelt (Pflastersteine, Asphalt, Beton etc.), bei der du nur das Material austauschen möchtest, befolge stattdessen zunächst die Schritte 1a und 1b. Andernfalls kannst du mit Schritt 2 weitermachen.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine durchlässige Befestigung

Entsiegle die neu zu gestaltende Fläche.

Undurchlässigen Belag musst du zunächst aufbrechen (Spitzhacke oder Presslufthammer, den kannst du mieten). Dann trägst du das gelöste Material ab.

Handelt es sich um eine gepflasterte Fläche, trage zunächst die Pflastersteine vom Rand her ab und löse zum Schluss die Randbefestigungen (es sei denn, du möchtest sie für die neue Befestigung beibehalten).

Eine Illustration der Bauanleitung für eine durchlässige Befestigung

Falls nötig: Entferne den Untergrund der alten Befestigung.

Das kann nötig sein, wenn der Untergrund nicht genügend Versickerung für die neue Nutzung zulässt. Umgekehrt kann es sein, dass du den Untergrund entfernen musst, weil er nicht ausreichend verdichtet ist. Gerade auch bei einer Nutzung als Abstellfläche für PKWs muss die Strapazierbarkeit des Untergrunds gewährleistet sein (siehe Schritt 3).

Eine Illustration der Bauanleitung für eine durchlässige Befestigung

Fasse die Fläche nun mit Randsteinen (A) ein.

Dafür rührst du erdfeuchten Beton an, in den du die Randsteine setzt. Um sie auszurichten, kannst du eine Maurerschnur nutzen: Spanne sie waagerecht auf Höhe der geplanten Oberkante der Randsteine (B) – diese sollte an die Höhe der angrenzenden Flächen angepasst sein – und richte sie mit der Wasserwaage aus.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine durchlässige Befestigung

Baue die Tragschicht (A) ein.

Das kann z. B. eine 25 – 30 cm starke Schotterschicht der Körnung 0/22 sein. 
Planst du, die Fläche später stärker zu beanspruchen, also etwa als PKW-Abstellplatz, musst du den Schotter mit dem Stampfer oder Rüttler (B) verdichten. Sackt die Tragschicht stark zusammen, musst du eventuell Material nachfüllen.

Achtung: Ein geringes Gefälle (höchstens 1 %) in Richtung umgebener Freiflächen ist tolerierbar. Ein Gefälle in Richtung öffentlicher Straßen (C) kann jedoch dazu führen, dass du die Niederschlagswassergebühren weiterhin zahlen musst.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine durchlässige Befestigung

Trage die Bettungsschicht (A) auf. 

Sie sollte aus etwa 3 bis 5 cm feinem, gekörntem Splitt (Körnung etwa 1/3 oder 2/5) bestehen und sorgt für eine ebene Lage.

Dazu muss sie selbst auch eben sein und wird ebenfalls abgerüttelt. Beachte beim Auffüllen der Bettung die Höhe des neuen Pflasters. Bettung und Pflaster sollten 2 cm über die endgültige Höhe eingebaut werden, weil das Pflaster beim Abrütteln noch etwas absackt. Die maximale Höhe des Pflasters ergibt sich in der Regel aus der Unterkante des Garagentors. Plane bei Bedarf auch ein notwendiges Gefälle ein.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine durchlässige Befestigung

Verlege nun die Pflastersteine.

Hast du dich für eine Versickerung über Fugen (A) entschieden, sollten diese 20 bis 30 % der Gesamtfläche einnehmen.

Beachte mitgelieferte Verlege- und Pflegeanleitungen unbedingt ge nauestens, um die dauerhafte Wasserdurchlässigkeit zu gewährleisten.

Die notwendigen Mengen an Pflaster und Fugenmaterial entnimmst du meist auch den Herstellerangaben.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine durchlässige Befestigung

Verfülle zuletzt die Fugen.

Nutze dazu Mineralstoffgemische ohne Feinst- bzw. Nullanteile (z. B. Splitt 0,5/1 mm oder 1/3 mm). Zu feines Material kann das Gefüge des Pflasters verstopfen.

Deine Befestigung ist nun fertig.
Wenn du die Fugen begrünen willst, solltest du sie nicht vollständig auffüllen, damit die Pflanzen nicht bei jeder Nutzung der Fläche zerquetscht werden.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine durchlässige Befestigung

Begrüne die Fugen.

Häufig werden dafür artenarme Gräsermischungen eingesetzt, dabei geht es blütenreicher. Geeignet sind besonders trittfeste und niedrig wachsende kleine Pflanzen, die Trockenheit vertragen,einen geringen Nährstoffbedarf haben und mit sandigem Boden zurechtkommen. 
Es gibt Fugensaatgutmischungen, die diese Kriterien erfüllen (A).

Auf intensiv genutzten Laufwegen oder Parkflächen werden die Pflanzen vorwiegend in den Rand bereichen optimal gedeihen. Sie sind dennoch eine gute Alternative zu rein mit Sand und Splitt verfüllten Fugen, um Flächen zu beleben und ökologisch aufzuwerten (B).

Ein Vorteil begrünter Zwischenräume: Die Durchwurzelung hält die Fugen auf natürliche Weise offen und wasserdurchlässig.

Entsorgung des Abbruchmaterials

Kannst du das Abbruchmaterial im eigenen Garten verwenden oder in der Nachbarschaft verschenken? Möchtest du die alten Randsteine für die neue Befestigung wieder einsetzen oder gleich eingesetzt lassen? Ansonsten übernimmt ein Containerdienst die Entsorgung des Abbruchmaterials. Beachte hier unbedingt die Hinweise zum Baustoffrecycling, die dir zum Beispiel der städtische Recyclinghof bietet.

Beim Abmessen beachten!

Beachte für die Höhe, dass unter die Randsteine noch etwa 10 cm Beton passen müssen. Wenn du beim Setzen der Randsteine schon Länge und Breite der Pflastersteine berücksichtigst, die dazwischen passen sollen, musst du diese später kaum oder gar nicht zurechtschneiden.

Pflege der durchlässigen Befestigung

Icon zum Pflegehinweis Icon zum Pflegehinweis

A: Um die Wasserdurchlässigkeit der Fläche langfristig zu gewährleisten, musst du dafür sorgen, dass die senkrechten Fließwege für das Wasser – also durch Poren, Fugen, Öffnungen und Auslassungen – sich nicht zusetzen.

Icon zum PflegehinweisIcon zum Pflegehinweis

B: Feinmaterialien und Laub: Es sollten möglichst keine Feinmate rialien in die Fugen 
oder Sickerräume eingetragen werden. In manchen Städten ist das sogar Pflicht, dafür Sorge zu tragen, damit solche Flächen dauerhaft von den Niederschlagswassergebühren befreit sind.

Icon zum Pflegehinweis Icon zum Pflegehinweis

C: Bearbeite durchlässige Befestigungen niemals mit einem Hochdruckreiniger, da er die 
unerwünschten Feinmaterialien in die tieferen Bereiche drückt und die Flächen nur optisch 
sauber wirken. Laub und andere gröbere Stoffe solltest du alle 14 Tage entfernen, ehe sie sich in kleinste Partikel zersetzen.

Icon zum PflegehinweisIcon zum Pflegehinweis

D: Vermoosung: Vermooste Flächen werden 
schnell zu Sammelstellen für Feinpartikel 
und reduzieren die Sickerleistung der durchlässigen Beläge. Hast du die Fugen mit Splitt 
ausgefüllt, sorge dafür, dass auch diese nicht 
zu sehr vermoosen. Die manuelle Reinigung 
ist umweltfreundlicher als chemische Moosvernichter. Der Einsatz von Flämmstrahlern 
ist für den Grundwasserschutz unbedenklich, 
wegen der gleichzeitigen Vernichtung aller 
Kleinlebewesen ökologisch aber nur 
bedingt verträglich.

Icon zum Pflegehinweis Icon zum Pflegehinweis

E: Reinigung mit Spezialgeräten: Sollten sich 
haufwerksporige Beläge trotz ordnungsgemäßer Pflege zusetzen, kannst du die Steine 
mit Spezialgeräten durchspülen, die mit einem 
Spül-Saug-Verfahren die Feinpartikel entfernen. Dieses Verfahren funktioniert auch 
bei Splittfugenpflastern, bei denen dann 
allerdings die obersten Zentimeter der Fugen 
wieder neu verfüllt werden müssen.

Gut zu wissen

Die Gestaltung der Befestigung als artenreiche, insektenfreundliche Vegetationsfläche wird bei Inanspruchnahme einer Förderung besonders belohnt! Wertvolle Tipps zur ökologisch nachhaltigen Begrünung der Fugen findest du in unserer „Arbeitshilfe “.

Arbeitshilfe Biodiversität Downloaden

Auf der Nahaufnahme einer Dachbegrünung sieht man verschiedene Pflanzen im Detail. Auf der Nahaufnahme einer Dachbegrünung sieht man verschiedene Pflanzen im Detail.
Eine Frau mit schwarzem Haar sitzt auf einer Bank und hält ein Handy in ihrer Hand.

Förderung für dein Engagement

Mit einer Reihe von Fördermaßnahmen unterstützen wir dein Engagement finanziell. Schau dir die Fördermöglichkeiten unbedingt an, sobald du dich entschieden hast, welches Projekt du angehen willst. Eine Übersicht der Fördermaßnahmen haben wir dir online zusammengestellt. Wichtig: Stelle deinen Antrag rechtzeitig, da du erst nach Erhalt der Förderzusage mit dem Bau beginnen darfst.

Hinweis

Die in dieser Anleitung enthaltenen Informationen wurden nach bestem Wissen und gemäß dem aktuellen Stand der Technik erstellt. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen Emschergenossenschaft/Lippeverband (EGLV) und die keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Die Verwendung der Anleitung erfolgt auf eigene Gefahr. EGLV und Klima.Werk haften nicht für etwaige Schäden, die durch die Umsetzung der Anweisungen entstehen, gleich aus welchem Rechtsgrund, insbesondere nicht für Schäden an Personen, Sachwerten oder Folgeschäden.

Weitere Informationen

Eine Frau mit schwarzem Haar sitzt auf einer Bank und hält ein Handy in ihrer Hand.

Klimaförderung

Um unsere Region klimarobust zu machen, ist der Umbau nach dem -Prinzip dringend notwendig. Die Maßnahmen zur kosten Geld – aber du musst die Kosten nicht allein tragen. Profitiere einfach von Fördermitteln. Wir zeigen dir, welche Förderung die richtige für dich ist.

Zur Klima.Förderung

Man sieht im Detail wie eine eine entsiegelte Fläche zwischen Rastersteinen für Versickerung sorgt.

Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung

Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung sind unverzichtbar, um unsere Städte widerstandsfähiger zu machen und Schäden an Infrastruktur sowie Risiken für die menschliche Gesundheit zu minimieren.

Zu den Maßnahmen

Foto einer entsiegelten Fläche

Bauanleitung: Entsiegelung

Hier findest du alles Wichtige zur Maßnahme, Vorbereitung, Umsetzung und Pflege. Den Boden zu entsiegeln bedeutet, wasserundurchlässigen Belag wie Asphalt oder Beton zu entfernen. Im Anschluss kannst du die Fläche neu gestalten.

Zur Bauanleitung

Bildnachweise 

© Copyrights 

Headerbild: © AdobeStock / Frank H., GraphyPix
Bild zum Bodentest: © AdobeStock / sherez, GraphyPix
Illustrationen Bauanleitungen: © CP/COMPARTNER / Roman Buss, Susanne Oestreich