Das Grundprinzip der durchlässigen Befestigung
Bei durchlässigen Befestigungen entsteht möglichst kein Niederschlagsabfluss auf andere Flächen. Regenwasser verbleibt im Kreislauf, statt über die abgeführt zu werden. Je nach Regelung in deiner Stadt kann die Anlage durchlässiger Befestigungen dazu führen, dass deine Nieder schlags wassergebühr reduziert wird oder du sogar ganz davon befreit wirst. Kleinere durchlässige Befestigungen kannst du gut selbst anlegen. Du benötigst dafür wasserdurchlässige Pflastersteine, auch Ökopflaster genannt. Das sind entweder haufwerksporige Pflaster, die aufgrund ihres lockeren Aufbaus das Durchsickern von Wasser ermöglichen wie eine Art betongewordener Schwamm, oder Pflasterbeläge, bei denen das Wasser durch die Fugen oder durch Öffnungen und Aussparungen im Stein abfließen und versickern kann.


Check: Voraussetzungen und wichtige Hinweise zur Planung
Durchlässige Befestigungen sind ein geeignetes Verfahren für dich, wenn…
- du Flächen auch während und unmittelbar nach Regenfällen uneingeschränkt betreten können willst, du dabei aber gleichzeitig die Versickerungsfähigkeit gewährleisten möchtest
- die entsprechenden Flächen ein Gefälle von weniger als 1 % aufweisen (also: höchstens 1 cm Gefälle auf einer Länge von 1 m),
- die Neigung der Fläche nicht zur Straße, sondern in Richtung der eigenen Grünfläche geht, damit eventuell abfließendes Wasser dort versickert,
- der Boden eine entsprechende Wasserdurchlässigkeit aufweist,
- kein Umgang mit wassergefährdenden Stoffen auf diesen Flächen zu befürchten ist (hiervon ausgenommen: der übliche Tropfölverlust von geparkten Fahrzeugen).
Das solltest du vor dem Start beachten:
- Lies dir unbedingt vorab diese gesamte Bau anleitung durch und plane die einzelnen Schritte sorgfältig.
- Erkundige dich bei deiner Stadt über die jeweiligen kommunalen Vorgaben und Genehmigungen zum Bau deiner durchlässigen Befestigung und was du für eine reduzierung beachten musst.
- Prüfe vorab die Durchlässigkeit des Bodens mit Hilfe des Bodentests.
- Wähle ein geeignetes Pflaster und bestimme die Maße der Fläche, um zu ermitteln, welche Menge an Schotter, Splitt und Pflastersteinen du für den Bau benötigst (siehe Schritte 3–5) und wie viele Randsteine du brauchst (siehe Schritt 2).
So legst du deine durchlässige Befestigung an
Das brauchst du für den Bau:


- Schubkarre
- Splitt
- Schaufel
- Harke
- Besen
- Beton
- Randsteine
- Schotter
- Rasengittersteine oder Ökopflaster
- Mischeimer
- Abziehleiste
- Zollstock
- Gummihammer
- Maurerschnur und Schnurnägel
- Stampfer oder Rüttler
- Mischbottich
- Steinschneider
- Maurerkelle
- Wasserwaage
Falls du eine eine bereits befestigte Fläche entsiegeln möchtest, brauchst du zusätzlich:


- Spitzhacke
- Hammer
- Presslufthammer
- Spaten
Bauanleitung: Schritt für Schritt
Zum nächsten Schritt wischen
Entsorgung des Abbruchmaterials
Kannst du das Abbruchmaterial im eigenen Garten verwenden oder in der Nachbarschaft verschenken? Möchtest du die alten Randsteine für die neue Befestigung wieder einsetzen oder gleich eingesetzt lassen? Ansonsten übernimmt ein Containerdienst die Entsorgung des Abbruchmaterials. Beachte hier unbedingt die Hinweise zum Baustoffrecycling, die dir zum Beispiel der städtische Recyclinghof bietet.
Beim Abmessen beachten!
Beachte für die Höhe, dass unter die Randsteine noch etwa 10 cm Beton passen müssen. Wenn du beim Setzen der Randsteine schon Länge und Breite der Pflastersteine berücksichtigst, die dazwischen passen sollen, musst du diese später kaum oder gar nicht zurechtschneiden.
Pflege der durchlässigen Befestigung


A: Um die Wasserdurchlässigkeit der Fläche langfristig zu gewährleisten, musst du dafür sorgen, dass die senkrechten Fließwege für das Wasser – also durch Poren, Fugen, Öffnungen und Auslassungen – sich nicht zusetzen.


B: Feinmaterialien und Laub: Es sollten möglichst keine Feinmate rialien in die Fugen
oder Sickerräume eingetragen werden. In manchen Städten ist das sogar Pflicht, dafür Sorge zu tragen, damit solche Flächen dauerhaft von den Niederschlagswassergebühren befreit sind.


C: Bearbeite durchlässige Befestigungen niemals mit einem Hochdruckreiniger, da er die
unerwünschten Feinmaterialien in die tieferen Bereiche drückt und die Flächen nur optisch
sauber wirken. Laub und andere gröbere Stoffe solltest du alle 14 Tage entfernen, ehe sie sich in kleinste Partikel zersetzen.


D: Vermoosung: Vermooste Flächen werden
schnell zu Sammelstellen für Feinpartikel
und reduzieren die Sickerleistung der durchlässigen Beläge. Hast du die Fugen mit Splitt
ausgefüllt, sorge dafür, dass auch diese nicht
zu sehr vermoosen. Die manuelle Reinigung
ist umweltfreundlicher als chemische Moosvernichter. Der Einsatz von Flämmstrahlern
ist für den Grundwasserschutz unbedenklich,
wegen der gleichzeitigen Vernichtung aller
Kleinlebewesen ökologisch aber nur
bedingt verträglich.


E: Reinigung mit Spezialgeräten: Sollten sich
haufwerksporige Beläge trotz ordnungsgemäßer Pflege zusetzen, kannst du die Steine
mit Spezialgeräten durchspülen, die mit einem
Spül-Saug-Verfahren die Feinpartikel entfernen. Dieses Verfahren funktioniert auch
bei Splittfugenpflastern, bei denen dann
allerdings die obersten Zentimeter der Fugen
wieder neu verfüllt werden müssen.
Gut zu wissen
Die Gestaltung der Befestigung als artenreiche, insektenfreundliche Vegetationsfläche wird bei Inanspruchnahme einer Förderung besonders belohnt! Wertvolle Tipps zur ökologisch nachhaltigen Begrünung der Fugen findest du in unserer „Arbeitshilfe “.

Förderung für dein Engagement
Mit einer Reihe von Fördermaßnahmen unterstützen wir dein Engagement finanziell. Schau dir die Fördermöglichkeiten unbedingt an, sobald du dich entschieden hast, welches Projekt du angehen willst. Eine Übersicht der Fördermaßnahmen haben wir dir online zusammengestellt. Wichtig: Stelle deinen Antrag rechtzeitig, da du erst nach Erhalt der Förderzusage mit dem Bau beginnen darfst.
Hinweis
Die in dieser Anleitung enthaltenen Informationen wurden nach bestem Wissen und gemäß dem aktuellen Stand der Technik erstellt. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen Emschergenossenschaft/Lippeverband (EGLV) und die keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Die Verwendung der Anleitung erfolgt auf eigene Gefahr. EGLV und Klima.Werk haften nicht für etwaige Schäden, die durch die Umsetzung der Anweisungen entstehen, gleich aus welchem Rechtsgrund, insbesondere nicht für Schäden an Personen, Sachwerten oder Folgeschäden.
Weitere Informationen
Klimaförderung
Um unsere Region klimarobust zu machen, ist der Umbau nach dem -Prinzip dringend notwendig. Die Maßnahmen zur kosten Geld – aber du musst die Kosten nicht allein tragen. Profitiere einfach von Fördermitteln. Wir zeigen dir, welche Förderung die richtige für dich ist.
Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung
Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung sind unverzichtbar, um unsere Städte widerstandsfähiger zu machen und Schäden an Infrastruktur sowie Risiken für die menschliche Gesundheit zu minimieren.
Bauanleitung: Entsiegelung
Hier findest du alles Wichtige zur Maßnahme, Vorbereitung, Umsetzung und Pflege. Den Boden zu entsiegeln bedeutet, wasserundurchlässigen Belag wie Asphalt oder Beton zu entfernen. Im Anschluss kannst du die Fläche neu gestalten.
Bildnachweise
© Copyrights
Headerbild: © AdobeStock / Frank H., GraphyPix
Bild zum Bodentest: © AdobeStock / sherez, GraphyPix
Illustrationen Bauanleitungen: © CP/COMPARTNER / Roman Buss, Susanne Oestreich














