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Bauanleitung: Muldenversickerung 

Alles Wichtige zur Maßnahme, Vorbereitung, Umsetzung und Pflege

Die Muldenversickerung ist eine effektive Form der Regenwasserversickerung, die du relativ einfach baulich selbst umsetzen kannst.

Zu sehen ist eine Nahaufnahme einer Rasenfläche, auf der sich eine Wasserpfütze sammelt.

Das Grundprinzip der Muldenversickerung 

Mit einer Muldenversickerung hilfst du mit, das wertvolle Regenwasser im Kreislauf zu behalten und das Mikroklima zu verbessern. Eine Mulde ist eine flache Vertiefung in einer Grünfläche mit einem ebenen Boden, in die das Regenwasser in der Regel oberirdisch eingeleitet wird. Die Mulde dient als kurzzeitiger Zwischenspeicher für stärkere Regenfälle, bei denen das Wasser nicht so schnell versickern kann. Sie bietet dir neue Gestaltungsmöglichkeiten und trägt – mit einer geeigneten Bepflanzung – zur bei.

Eine Illustration, die das Grundprinzip der Muldenversickerung darstelltEine Illustration, die das Grundprinzip der Muldenversickerung darstellt

Check: Voraussetzungen und wichtige Hinweise zur Planung

Die Muldenversickerung ist ein geeignetes Verfahren für dich, wenn … 

Das solltest du vor dem Start beachten: 

So baust du deine Muldenversickerung

 

Das musst du vorab planen

Bodentest

Teste zunächst die Durchlässigkeit mit dem Bodentest. 

Dimensionierungsrechner

Bestimme die Muldengröße mit unserem Online-Rechner.

Das brauchst du für den Bau 

Darstellung von Werkzeugen, die für den Bau einer Muldenversickerung benötigt werden Darstellung von Werkzeugen, die für den Bau einer Muldenversickerung benötigt werden
  • Flex
  • Schaufel
  • Harke
  • Schubkarre
  • Stäbe und Schnur
  • Maßband
  • Wasserwaage
  • Fallrohrbogen

Falls du eine gepflasterte Zulaufrinne anlegen möchtest (siehe Schritt 8–10), brauchst du zusätzlich:

Darstellung von Werkzeugen, die für den Bau einer Muldenversickerung benötigt werden Darstellung von Werkzeugen, die für den Bau einer Muldenversickerung benötigt werden
  • Spatel
  • Gummihammer
  • Mischeimer
  • Rinnenmaterial
  • Sand
  • Mörtel

Ist deine Fläche noch befestigt?

Handelt es sich um eine aktuell noch befestigte Fläche, lies in der Bauanleitung zur nach, wie du sie fachgerecht entsiegelst.

Zur Bauanleitung Entsiegelung

Bauanleitung: Schritt für Schritt 

Zum nächsten Schritt wischen 

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Muldenversickerung

Stecke auf der Wiese die Fläche für die Mulde ab (A). 

Nutze eine Wasserwaage, um die Schnur waagerecht auszurichten (B). Bei einer leichten Neigung des Geländes orientierst du dich an der höheren Seite als Oberkante, an der die Schnur waagerecht ausgerichtet wird. 

Plane auch schon einen Bereich für die Böschung ein (C). Sie sollte etwa doppelt so breit sein wie die spätere Muldentiefe. Bei einer 10 cm tiefen Mulde benötigst du also zusätzlich 20 cm rund um den eigentlichen Muldenbereich. 

Damit das Wasser vom Fallrohr in die Mulde gelangt, muss die Sohle der Mulde ausreichend tief liegen und ein durchgängiges Gefälle vorhanden sein (vgl. Schritt 7). Bei Gegengefälle gibt es Möglichkeiten zur Überbrückung vom Fallrohr aus, informiere dich im Internet oder bei Fachfirmen.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Muldenversickerung

Entferne die vorhandene Oberfläche.

Falls heute Rasen auf der Fläche ist, den du später wieder verwenden möchtest, solltest du gleichmäßige Stücke abstechen (A) und sie mit der bewachsenen Fläche nach oben lagern (B). Lagerst du sie länger als zwei Tage, musst du dafür sorgen, dass sie mit Licht, Luft und Wasser versorgt sind, also eventuell gießen und umschichten. 

Wenn du heute andere Pflanzen auf der Oberfläche hast, die du wieder verwenden willst, musst du sie ebenfalls für die Bauphase geschützt lagern und eventuell gießen.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Muldenversickerung

Hebe die Mulde aus.

Miss die Tiefe dabei ausgehend von der waagerecht ausgerichteten Schnur. Wie tief musst du graben? Mindestens so tief, wie die Mulde später werden soll. Um Platz für eventuell wieder einzusetzende Rasenflächen zu haben, musst du sie etwas tiefer graben. Ändert sich die Bodenbeschaffenheit beim Graben (A), hebe 5 bis 10 cm mehr aus und setze stattdessen vom dunkleren Oberboden (B) wieder eine Schicht ein. Das ist sinnvoll, da der Oberboden am besten wasserdurchlässig ist. 

Falls die Oberfläche heute mit Pflastersteinen oder Asphalt befestigt ist, musst du den Untergrund, der für die Belastbarkeit der Fläche sorgt (Schotter etc.), vollständig entfernen. Er ist meist nicht ausreichend wasserdurchlässig. Gräbst du dafür tiefer, als die Mulde werden soll, musst du im Austausch zusätzlichen Boden besorgen, mit dem du den Untergrund der Muldenfläche bildest.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Muldenversickerung

Lege den abfallenden Böschungsbereich an und gestalte den Untergrund des Muldenbodens möglichst eben.

Ein ebener und waagerecht ausgerichteter Muldenboden ermöglicht eine optimale Sickerleistung. Nutze dafür eine lange Wasserwaage (A). 

Verdichte den Boden nur leicht, aber gleichmäßig und lockere besonders feste Bereiche mit der Harke (B). 

Vermeide in dieser Bauphase hohes Gewicht auf der Mulde.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Muldenversickerung

Gestalte die Oberfläche deiner Mulde.

Wenn du in Schritt 2 Rasenstücke zur Seite gelegt hast, setzt du sie jetzt wieder ein, drückst sie an und sorgst in den ersten zwei Wochen dafür, dass sie ausreichend mit Wasser versorgt sind und wieder anwachsen.

Falls du die Muldenfläche neu einsäst, achte auf heimische, blütenreiche, mehrjährige Mischungen mit langer Blühdauer (siehe Infos zur biodiversen Bepflanzung).

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Muldenversickerung

Wann kannst du die Mulde in Betrieb nehmen?

Bei einer Rasenmulde (A): Wenn die Rasenstücke wieder gut angewachsen beziehungsweise eine neue Rasensaat schon gesprossen ist und zweimal gemäht wurde. Sonst kann es zu Bodenabtrag kommen und die Mulde funktioniert auf Dauer nicht gut.

Bei einer mit Stauden oder Sträuchern bepflanzten Mulde (B): sofort.

Achte im ersten Jahr besonders gut darauf, dass es keine Furchen in der Sohle gibt. Nach stärkerem Regen musst du die Erde vielleicht noch einmal glätten.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Muldenversickerung

Lege eine Zuleitung vom Fallrohr zur Mulde an.

Wichtig: Achte beim Anlegen der Zuleitung auf ein Gefälle von mindestens 1 %, also: mindestens 1 cm Gefälle bei einer 1 m langen Rinne, mindestens 4 cm bei einer Rinne von 4 m.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Muldenversickerung

Die einfachste Möglichkeit stellt eine gepflasterte Rinne dar.

Du hast die Wahl zwischen verschiedenen Pflastermaterialien.

In Hausnähe (1 bis 2 m) ist es empfehlenswert, die Pflasterfugen mit wasserdichtem Material auszufüllen.

Anleitungen zum Anlegen der Zuleitung findest du online, zum Beispiel auf Websites von Baumärkten.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Muldenversickerung

Entkopple das Fallrohr von der Kanalisation.

Trenne dafür das Fallrohr so weit oberhalb des Bodens (A), dass du einen Fallrohrbogen ansetzen kannst.

Das Standrohr durchtrennst du ein Stück oberhalb der Erdoberfläche (B).

Achtung: Erkundige dich vorher bei deiner Stadt, ob du hier besondere Vorgaben beachten musst. Es kann zum Beispiel sein, dass das Rohr bis zu einer bestimmten Tiefe entfernt werden muss. 

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Muldenversickerung

Verschließe das Standrohr fest mit einem Stutzen.

So stellst du sicher, dass keine Erde in die Kanalisation gelangt. Anschließend wird das Loch zugeschüttet (z. B. mit Erde).

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Muldenversickerung

Setz den neuen Fallrohrbogen an das Fallrohr an.

Der Fallrohrbogen leitet das Wasser über die Rinne zur Mulde.

Er sollte nicht unmittelbar an der Hauswand enden, sondern lang genug sein, dass das Wasser auch bei stärkeren Regenfällen nicht zum Gebäude zurückfließt.

Deine Muldenversickerung ist nun fertig.

Pflege der Muldenversickerung

Um langfristig eine gute Versickerungs leistung zu erhalten, beachte folgende Hinweise: Wenn du die Mulde weniger als vierteljährlich mähst, entferne das Mähgut regelmäßig. Eine lockere Laubschicht im Herbst muss nicht sofort beseitigt werden, aber auch hier solltest du dafür sorgen, dass die Mulde sich nicht zu sehr zusetzt. Falls die Ver sickerungsleistung über die Jahre schlechter wird, kannst du den Boden mit dem Vertikutierer bearbeiten und zur besseren Durchlässigkeit etwas Sand in den Boden einbringen.

Gut zu wissen 

Bei starkem Gefälle kannst du eventuell auf die Pflasterung der Rinne verzichten. Eine Alternative zur gepflasterten Rinne kann außerdem eine oberirdische Rohrleitung oder – bei einem stark abschüssigen Hanggrundstück – eine unterirdische Zuleitung sein.

Biodiverse Bepflanzung

Idealerweise wählst du eine ökologisch sinnvolle Alternative zum normalen Rasen, denn es gibt artenfreundliche Mischungen jenseits der Standardrasensorten. Zum Einsähen eignen sich insbesondere heimische, blütenreiche, mehrjährige Mischungen mit langer Blühdauer. Sie machen deine Muldenversickerungsanlage nicht nur zum Hingucker, sondern sind auch ökologisch sinnvoll. Die Begrünung mit Stauden, Gräsern und Geophyten übernimmt ebenfalls Versickerungsfunktionen und stärkt die Biodiversität. Gut zu wissen: Mehr Biodiversität wird bei Inanspruchnahme einer Förderung besonders belohnt! Wertvolle Tipps zur ökologisch sinnvollen Begrünung findest du in unserer „Arbeitshilfe Biodiversität“.

Arbeitshilfe Biodiversität downloaden

Auf der Nahaufnahme einer Dachbegrünung sieht man verschiedene Pflanzen im Detail. Auf der Nahaufnahme einer Dachbegrünung sieht man verschiedene Pflanzen im Detail.
Eine Frau mit schwarzem Haar sitzt auf einer Bank und hält ein Handy in ihrer Hand.

Förderung für dein Engagement

Mit einer Reihe von Fördermaßnahmen unterstützen wir dein Engagement finanziell. Schau dir die Fördermöglichkeiten unbedingt an, sobald du dich entschieden hast, welches Projekt du angehen willst. Eine Übersicht der Fördermaßnahmen haben wir dir online zusammengestellt. Wichtig: Stelle deinen Antrag rechtzeitig, da du erst nach Erhalt der Förderzusage mit dem Bau beginnen darfst.

Hinweis

Die in dieser Anleitung enthaltenen Informationen wurden nach bestem Wissen und gemäß dem aktuellen Stand der Technik erstellt. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen Emschergenossenschaft/Lippeverband (EGLV) und die keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Die Verwendung der Anleitung erfolgt auf eigene Gefahr. EGLV und Klima.Werk haften nicht für etwaige Schäden, die durch die Umsetzung der Anweisungen entstehen, gleich aus welchem Rechtsgrund, insbesondere nicht für Schäden an Personen, Sachwerten oder Folgeschäden.

Weitere Informationen

Eine Frau mit schwarzem Haar sitzt auf einer Bank und hält ein Handy in ihrer Hand.

Klimaförderung

Um unsere Region klimarobust zu machen, ist der Umbau nach dem -Prinzip dringend notwendig. Die Maßnahmen zur kosten Geld – aber du musst die Kosten nicht allein tragen. Profitiere einfach von Fördermitteln. Wir zeigen dir, welche Förderung die richtige für dich ist.

Zur Klima.Förderung

Man sieht im Detail wie eine eine entsiegelte Fläche zwischen Rastersteinen für Versickerung sorgt.

Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung

Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung sind unverzichtbar, um unsere Städte widerstandsfähiger zu machen und Schäden an Infrastruktur sowie Risiken für die menschliche Gesundheit zu minimieren.

Zu den Maßnahmen

Foto von einer umgesetzten durchlässigen Befestigung

Bauanleitung: Durchlässige Befestigung

Hier findest du alles Wichtige zur Maßnahme, Vorbereitung, Umsetzung und Pflege. Durchlässige Befestigungen ermöglichen dir, Flächen auch während und nach Regen fällen uneingeschränkt betreten zu können, ohne auf eine gute Wasserdurchlässigkeit der Fläche zu verzichten.

Zur Bauanleitung

Bildnachweise 

© Copyrights 

Headerbild: © AdobeStock / Frank H., GraphyPix
Bild zum Bodentest: © AdobeStock / sherez, GraphyPix
Illustrationen Bauanleitungen: © CP/COMPARTNER / Roman Buss, Susanne Oestreich