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Bauanleitung: Rigolenversickerung

Alles Wichtige zur Maßnahme, Vorbereitung, Umsetzung und Pflege 

Rigolen bieten die Möglichkeit, Wasser unterirdisch versickern zu lassen. Sie funktionieren wie ein Schwamm, der Wasser aufsaugt und nach und nach abgibt.

Foto einer Rigolenversickerung

Das Grundprinzip der Rigolenversickerung

Bei der Rigolenversickerung leitest du den Niederschlag, der sich auf befestigten Flächen wie Dächern, Wegen oder Terrassen sammelt, in einen unterirdischen Speicher – die Rigole. Hier wird das Wasser zwischengespeichert und versickert dann nach und nach im Untergrund. So führst du das wertvolle Regenwasser gleich wieder dem natürlichen zu, statt es in der verschwinden zu lassen und dafür auch noch Niederschlagsgebühren zu zahlen.
Im Gegensatz zur über Mulden, Flächen oder Teiche hat die versickerung den Vorteil, dass du die Oberfläche beliebig nutzen kannst

Illustration des Grundprinzips einer Rigolenversickerung Illustration des Grundprinzips einer Rigolenversickerung

Check: Voraussetzungen und wichtige Hinweise zur Planung

Die Rigolenversickerung ist ein geeignetes Verfahren für dich, wenn … 

Das solltest du vor dem Start beachten:

 

 

Bodentest

Teste zunächst die Durchlässigkeit mit dem Bodentest. 

Dimensionierungsrechner

Bestimme die Muldengröße mit unserem Online-Rechner.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine RigolenversickerungEine Illustration der Bauanleitung für eine Rigolenversickerung
Eine Illustration der Bauanleitung für eine RigolenversickerungEine Illustration der Bauanleitung für eine Rigolenversickerung

So bestimmst du die Fläche deiner Rigole:

Nutze zur Ermittlung unseren Online-Rechner. Als Grundlage benötigst du: die ermittelten Werte aus dem Bodentest, die Größe der Fläche, von der du das Wasser ableiten möchtest, und die mögliche Höhe und Breite der Rigole.

So bestimmst du die mögliche Höhe deiner Rigole:

Die Rigole sollte mit einer ca. 30 cm dicken Schicht Substrat (ggf. Oberboden inkl. den in Schritt 2 ausgestochenen Rasenstücken) bedeckt sein (A). Zudem muss ein Mindestabstand von 1 m zwischen dem Grundwasser und dem Boden der Rigole gewährleistet sein (B).
A und B begrenzen die mögliche Höhe der Rigole (C) nach oben und unten.
Beispiel: Beträgt der Abstand zwischen Geländeoberfläche und Grundwasser 1,80 m, darf der Boden der Rigole nicht tiefer als 80 cm (1,80 m abzüglich 1 m Mindestabstand) liegen. Abzüglich der 30 cm verbleiben als mögliche Höhe der Rigole 50 cm.
Achtung: Berücksichtige bei der Planung der Tiefe 
des Rigolenbodens unbedingt auch, dass die Zuleitung ein Gefälle von 2 % haben muss.Gerade bei einem unterirdischen Anschluss ans Fallrohr könnte es unter Umständen sein, dass du die Rigole tieferlegen musst, um das Gefälle zu gewährleisten.

 

So baust du deine Rigolenversickerung

Das brauchst du für den Bau:

  • Schaufel
  • Harke
  • Schubkarre
  • Flex
  • Wasserwaage
  • Maßband
  • Stäbe
  • Filter-Schutzvlies
  • Rohre

Je nach Materialwahl für den Rigolenkörper:

  • Plastik-Rigolenkörper
  • Kies
  • Lava-Granulat etc.

Je nachdem, ob du das Regenwasser oberirdisch oder unterirdisch abkoppeln möchtest:

  • Rallrohrbogen
  • Hofeinlauf mit Sinkkasten
  • oder Revisionsschacht

Bauanleitung: Schritt für Schritt 

Zum nächsten Schritt wischen 

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Rigolenversickerung

Steck die Fläche für die Rigole samt Zulauf (A) ab und entferne die Oberfläche.

Falls heute Rasen auf der Fläche ist, den du später wieder verwenden möchtest, solltest du gleichmäßige Stücke abstechen und sie mit der bewachsenen Fläche nach oben lagern (B). Lagerst du sie länger als zwei Tage, musst du dafür sorgen, dass sie mit Licht, Luft und Wasser versorgt sind, also eventuell gießen und umschichten.

Wenn du heute andere Pflanzen auf der Fläche hast, die du wieder verwenden willst, musst du sie für die Bauphase geschützt lagern und eventuell gießen.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Rigolenversickerung

Bereite die Grube vor.

Die Grubentiefe umfasst die Höhe der Rigole plus die ca. 30 cm für den Oberboden, der die Rigole bedecken soll. Bei einer 50 cm hohen Rigole musst du die Grube also 80 cm tief ausheben. 

Für eine optimale Sickerleistung gestalte den Untergrund möglichst eben. Nutze dafür eine lange Wasserwaage.

Verdichte den Boden nur leicht, aber gleichmäßig und lockere besonders feste Bereiche mit der Harke.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Rigolenversickerung

Lege nun das Filter-Schutzvlies ein.

Es verhindert, dass Feinmaterial aus dem umgebenden Boden in die Rigole gelangt.

Um die benötigte Menge an Filter-Schutzvlies zu ermitteln, berücksichtige neben Höhe und Umfang der Rigole auch die vom Hersteller empfohlene Überlappung beim Zuklappen des Vlies‘ über dem Rigolenkörper (siehe Schritt 7).

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Rigolenversickerung

Baue den Rigolenkörper auf dem Vlies auf.

Ein Rigolenkörper aus aufgeschüttetem Kies, Lava-Granulat oder anderen Lockersedimenten (A) ist die klimafreundliche Alternative zu Plastik-Rigolenkörpern (B). 

Bei vielen Plastik-Rigolen körpern brauchst du zusätzlich Kies oder ähnliches Material 
als Basis oder Ummantelung. Prüfe auch hier die Angaben des Herstellers.

Du möchtest das Wasser oberirdisch abkoppeln? Lies weiter bei Schritt 5a. Du ziehst eine unterirdische Abkopplung vor? Gehe zu Schritt 5b.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Rigolenversickerung

Für eine oberirdische Abkopplung des Fallrohrs von der Kanalisation:

Trenne das Fallrohr so weit oberhalb des Bodens (A), dass du Platz für den Fallrohrbogen hast. Das Standrohr durchtrennst du ein Stück oberhalb der Erdoberfläche (B). Verschließe das Standrohr fest mit einem Stutzen (C), damit keine Erde in die Kanalisation gelangt.


Achtung: Erkundige dich vorher bei deiner Stadt, ob du hier besondere Vorgaben beachten musst. Es kann zum Beispiel sein, dass das Rohr bis zu einer bestimmten Tiefe entfernt werden muss.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Rigolenversickerung

Für eine unterirdische Abkopplung des Fallrohrs von der Kanalisation:

Kappe das Rohr im unterirdischen Bereich (A + B) so, dass genügend Platz für die Anbringung eines Revisionsschacht bleibt, der bündig mit der Oberfläche abschließt. Verschließe das Standrohr fest mit einem Stutzen (C), damit keine Erde in die Kanalisation gelangt.
 

Achtung: Erkundige dich vorher bei deiner Stadt, ob du hier besondere Vorgaben beachten musst. Es kann zum Beispiel sein, dass das Rohr bis zu einer 
bestimmten Tiefe entfernt werden muss.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Rigolenversickerung

Stelle die Zuleitung zur Rigole her.

Setze dafür den Fallrohrbogen (A) an das Fallrohr an. Er sollte nicht unmittelbar an der Hauswand enden, sondern lang genug sein, dass das Wasser auch bei  stärkeren Regenfällen nicht zum Gebäude zurückfließt. Setze dann einen Hofeinlauf mit Schlammfang ein (B). Er fängt Laub auf und verhindert so, dass die Zuleitung zur Rigole verstopft. 

Verlege dann die Zuleitung mit gleichmäßigem Gefälle vom Hofeinlauf bis zur Rigole. Das Gefälle sollte mindestens  2 % betragen, also: 2 cm Höhenunterschied bei einer 1 m langen Zuleitung, 4 cm bei einer Zuleitung von 2 m. Schließe die Zuleitung am oberen Rand des Rigolenkörpers an bzw. verlege sie auf dem Kies- oder Lava-Granulat-Bett (C). So vermeidest du Rückstau bei Volllaufen der Rigole. 

Fahre fort mit Schritt 7.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Rigolenversickerung

Stelle die Zuleitung zur Rigole her.

Schließe dafür den Revisionsschacht (A) an das Standrohr an, der Laub auffängt  und so verhindert, dass die Zuleitung zur Rigole verstopft. Verlege dann die Zuleitung mit gleich mäßigem Gefälle vom Hofeinlauf bis zur Rigole. Das Gefälle sollte mindestens 2 % betragen, also: 2 cm Höhenunterschied bei einer 1 m langen Zuleitung, 4 cm bei einer Zuleitung von 2 m. Die Mindestnennweite der Zuleitung beträgt DN 150.

Achtung: Bei längeren Zuleitungen musst du alle 10 m einen weiteren Revisionsschacht einsetzen. Auch bei einem Richtungswechsel der Leitung setzt du einen weiteren Revisionsschacht ein. Schließe die Zuleitung am oberen Rand des Rigolenkörpers an bzw. verlege sie auf dem Kies- oder Lava-Granulat-Bett (B). So vermeidest du Rückstau bei Volllaufen der Rigole. 

Fahre fort mit Schritt 7.

Eine Illustration der Bauanleitung für eine Rigolenversickerung

Fülle die Grube auf und gestalte die Oberfläche.

Klappe dafür zunächst das Vlies über dem Rigolenkörper zusammen (A).  Bedecke dann Rigole, Zuleitung und das durch einen Stutzen verschlossene Standrohr mit Erde (B) und gestalte die Oberfläche nach deinem individuellen Bedarf.


Falls du in Schritt 2 Rasenstücke zur Seite gelegt hast: Setze sie jetzt wieder ein, drücke sie an und sorge in den ersten zwei Wochen dafür, dass sie ausreichend mit Wasser versorgt sind und wieder anwachsen (C). Falls du die Fläche über der Versickerungsanlage neu einsäst oder bepflanzt (D): Achte auf eine ökologisch wertvolle Gestaltung (siehe Infokasten „Biodiverse Bepflanzung“).


Deine Rigolenversickerung ist nun fertig.

Das solltest du beachten:

Um Überschwemmungen zu vermeiden, solltest du sicherstellen, dass du die Schritte 5a/6a bzw 5b/6b vor dem nächsten größeren Niederschlag abschließt!
 

Biodiverse Bepflanzung

Idealerweise wählst du eine ökologisch sinnvolle Alternative zum normalen Rasen, denn es gibt artenfreundliche Mischungen jenseits der Standardrasensorten. Zum Einsähen 
eignen sich insbesondere heimische, blütenreiche, mehrjährige Mischungen mit langer Blühdauer. Sie machen deine Anlage zur Rigolenversickerung nicht nur zum Hingucker, 
sondern sind auch ökologisch sinnvoll. Die Begrünung mit Stauden, Gräsern und Geophyten übernimmt ebenfalls Versickerungsfunktionen und stärkt die .
Lies hier mehr dazu:

Biodiverssität Arbeitshilfe downloaden

Pflege der Rigolenversickerung

Die Pflege und Wartung der Rigolenversickerung beschränkt sich auf die zugänglichen Teile, also den Hofeinlauf inklusive Schlammfang bzw. den Revisionsschacht. Kontrolliere diesen regelmäßig. Leere ihn bei Bedarf, mindestens aber einmal im halben Jahr. Sonst können sich 
Blätter und Schlamm darin sammeln, in die Rigole gelangen und dort die Versickerungsleistung herabsetzen.

Eine Frau mit schwarzem Haar sitzt auf einer Bank und hält ein Handy in ihrer Hand.

Förderung für dein Engagement

Mit einer Reihe von Fördermaßnahmen unterstützen wir dein Engagement finanziell. Schau dir die Fördermöglichkeiten unbedingt an, sobald du dich entschieden hast, welches Projekt du angehen willst. Eine Übersicht der Fördermaßnahmen haben wir dir online zusammengestellt. Wichtig: Stelle deinen Antrag rechtzeitig, da du erst nach Erhalt der Förderzusage mit dem Bau beginnen darfst.

Hinweis

Die in dieser Anleitung enthaltenen Informationen wurden nach bestem Wissen und gemäß dem aktuellen Stand der Technik erstellt. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen Emschergenossenschaft/Lippeverband (EGLV) und die keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Die Verwendung der Anleitung erfolgt auf eigene Gefahr. EGLV und Klima.Werk haften nicht für etwaige Schäden, die durch die Umsetzung der Anweisungen entstehen, gleich aus welchem Rechtsgrund, insbesondere nicht für Schäden an Personen, Sachwerten oder Folgeschäden.

Weitere Informationen

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Klimaförderung

Um unsere Region klimarobust zu machen, ist der Umbau nach dem -Prinzip dringend notwendig. Die Maßnahmen zur kosten Geld – aber du musst die Kosten nicht allein tragen. Profitiere einfach von Fördermitteln. Wir zeigen dir, welche Förderung die richtige für dich ist.

Zur Klima.Förderung

Man sieht im Detail wie eine eine entsiegelte Fläche zwischen Rastersteinen für Versickerung sorgt.

Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung

Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung sind unverzichtbar, um unsere Städte widerstandsfähiger zu machen und Schäden an Infrastruktur sowie Risiken für die menschliche Gesundheit zu minimieren.

Zu den Maßnahmen

Zu sehen ist eine Nahaufnahme einer Rasenfläche, auf der sich eine Wasserpfütze sammelt.

Bauanleitung: Muldenversickerung

Hier findest du alles Wichtige zur Maßnahme, Vorbereitung, Umsetzung und Pflege. Die Muldenversickerung ist eine effektive Form der Regenwasserversickerung, die du relativ einfach baulich selbst umsetzen kannst.

Zur Bauanleitung

Bildnachweise 

© Copyrights 

Headerbild: © AdobeStock / Frank H., GraphyPix
Bild zum Bodentest: © AdobeStock / sherez, GraphyPix
Illustrationen Bauanleitungen: © CP/COMPARTNER / Roman Buss, Susanne Oestreich