Begrünte Garagendächer sind schön und nützlich

Pressemitteilung vom 15.09.2025

Eigentümer*innengemeinschaft setzt Dachbegrünung mit Zuschuss aus dem „10.000 Grüne Dächer“-Programm um. Antragstellung jederzeit möglich

Bei Hitze wie in diesem Sommer bleibt’s innen deutlich kühler und schöner sieht es allemal aus: Jürgen Kleine-Natrop hat mit seinen Hausnachbar*innen über 200 Quadratmeter Garagendächer begrünt und ist von den Vorteilen überzeugt. Emschergenossenschaft/Lippeverband haben die Dachbegrünung mit 10.000 Euro bezuschusst. In der Region gibt es viele solche Dächer, die noch grau sind, deshalb: Förderantrag stellen und ab Förderzusage das Dach bepflanzen – mit Hilfe einer Firma oder in Eigenarbeit.

Jürgen Kleine-Natrop steht mit einer Leiter an einer Garage, zu sehen sind viele begrünte Garagendächer.
Garagendächer begrünt | © Kirsten Neumann/EGLV

Jürgen Kleine-Natrop schaut von seinem Balkon runter aufs Hofgelände, wo zwei Reihen Garagen stehen. „Die Aussicht ist jetzt einfach schön“, sagt der 63-Jährige. Gemeint sind die Dachflächen der Garagen, die sich wie ein grüner und blühender Teppich ausbreiten. „Das war vorher ein trister Anblick.“ Seine Nachbarin und Miteigentümerin Anna Bobrowski bestätigt das, „wie eine grüne Oase“ wirke die Dachbegrünung hinter dem Haus, alle Bewohner*innen freuten sich über die Investition in Pflanzen und Klimaanpassung.

Jürgen Kleine-Natrop und Anna Bobrowski gehören zur Eigentümer*innengemeinschaft des Mehrfamilienhauses und haben die Bepflanzung von rund 300 Quadratmeter Dachfläche initiiert. „Ich habe von dem Förderprogramm von EGLV und Klima.Werk gehört und einfach mal einen Antrag gestellt.“ Die Förderzusage über 10.000 Euro für 200 Quadratmeter Dachfläche haben die Eigentümer*innen bekommen, der Beschluss, das Projekt umzusetzen, war einstimmig.

Regenwasserspeicher und Nahrung für Insekten

Der schöne Anblick ist das eine. Aber begrünte Dächer haben nicht nur einen ästhetischen Nutzen, sondern vor allem einen für Klimaanpassung und Biodiversität in der Stadt. Jede noch so kleine Fläche Dachgrün ist ein wichtiger Baustein, um Regenwasser zu speichern und damit aus der Kanalisation herauszuhalten. Das bedeutet zum Beispiel auch eine Vorsorge für Starkregen, um das Risiko von Überflutungen zu mindern. Über Verdunstung sorgt die grüne Oase auf dem Dach außerdem für Kühlung und die Pflanzen bieten Insekten Nahrung. Auf den 300 Quadratmetern Garagendach blühen in diesem Sommer Sedumpflanzen aus der Familie der Dickblattgewächse. Sedum-Arten wie Mauerpfeffer, Goldmoos oder eben Fette Henne werden häufig für Dachbegrünungen verwendet, es bieten sich aber auch heimische Kräuter an wie Schafsgras, Wilder Majoran, Spitzwegerich, Glockenblumen oder Schnittlauch.

Bis zu 10.000 Euro Zuschuss

10.000 (und mehr) Dächer in der Emscher-Lippe-Region begrünen – das ist das Ziel des Gründach-Förderprogramms von Emschergenossenschaft/Lippeverband im Rahmen der Zukunftsinitiative Klima.Werk. Es richtet sich an Eigentümer*innen, deren Immobilie in den Einzugsgebieten der Wasserwirtschaftsverbände liegen. 50 Euro Förderung pro Quadratmeter begrünter Dachfläche gibt es für förderberechtigte Bürger*innen für bis zu 200 Quadratmeter Dachbegrünung pro Grundstück. Den Antrag können Interessenten jederzeit (auch im Winter) bequem digital auf einem Förderportal stellen, das sie über die Webseite www.klima-werk.de/gruendachfoerderung erreichen. Dort können sie auch prüfen, ob ihre Adresse im Fördergebiet liegt. Nach einer Förderzusage haben die Dachbegrüner drei Jahre Zeit, die Maßnahme umsetzen.

Viele Garagenhöfe zu begrünen

Garagenhöfe wie der hinter dem Haus von Jürgen Kleine-Natrop und Anna Bobrowski gibt es viele im Ruhrgebiet – das Potenzial für ganz viel begrünte Dachfläche ist also da (ebenso auf Carports, Anbauten oder anderen Dachflächen). Als die Entscheidung bei den Eigentümer*innen gefallen war, hat Anna Bobrowski im Internet Firmen recherchiert, die die Dachbegrünung umsetzen können. In Frage gekommen wäre das Unternehmen, das auch die Garagen aufgestellt hat, Dachdeckerfirmen, Spezialbetriebe, die nur Dachbegrünungen umsetzen, oder solche aus dem Bereich des Garten- und Landschaftsbaus. „Für ein Angebot aus dem Bereich haben wir uns dann entschieden, da hat die Beratung gestimmt und die Ausführung hat super funktioniert“, sagt die 42-Jährige, in zwei Tagen sei alles erledigt gewesen.

Kein großer Pflegeaufwand

Ihre anfängliche Sorge, die Dachbegrünung könnte sich nachteilig auf die Dachkonstruktion auswirken oder der Pflegeaufwand könnte sich erhöhen, konnten die Fachleute und die Praxis ausräumen. „Vorher mussten wir die Abflüsse auf den Garagendächern regelmäßig reinigen, das ist nun nicht mehr notwendig“, sagt auch Jürgen Kleine-Natrop. Wenn mal sechs Wochen oder länger gar kein Tropfen Regenwasser fällt, sollte man mit Gießen ein wenig nachhelfen. Aber generell gilt: Gerade die Sedumpflanzen speichern Wasser und werden zusätzlich über das im Gründach-Aufbau gespeicherte Niederschlagswasser (Drainage-Schicht) versorgt. Eine Extra-Bewässerung ist deshalb in der Regel nicht notwendig, auch nicht bei Staudengewächsen oder Kräutern. Pflegehinweise gibt es auch hier: Gründächer anlegen und pflegen (klima-werk.de)

Jürgen Kleine-Natrop und Anna Bobrowski raten anderen Eigentümer*innen in Sachen Dachbegrünung: „Auf jeden Fall zur Nachahmung empfohlen. Einfach machen und Förderantrag stellen!“

Alle Infos auf Gründach Förderung: 50 €/m² für Dachbegrünung

Die Dachbegrüner im Video: Gründach-Geschichten: Dachbegrünung Garagenhof Bottrop

 

Hinweis: Wenn Sie das Beispiel einer Dachbegrünerin, eines Dachbegrüners aus ihrer Stadt vorstellen wollen, wenden Sie sich bitte an Andrea Rickers (rickers.andrea@eglv.de).

 

Die Emschergenossenschaft und der Lippeverband

 

Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) sind öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen, die als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip leben. Die Aufgaben der 1899 gegründeten Emschergenossenschaft sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz. Der 1926 gegründete Lippeverband bewirtschaftet das Flusseinzugsgebiet der Lippe im nördlichen Ruhrgebiet und baute unter anderem den Lippe-Zufluss Seseke naturnah um. Gemeinsam haben Emschergenossenschaft und Lippeverband rund 1.700 Beschäftigte und sind Deutschlands größter Abwasserentsorger und Betreiber von Kläranlagen (rund 782 Kilometer Wasserläufe, rund 1533 Kilometer Abwasserkanäle, 546 Pumpwerke und 69 Kläranlagen). www.eglv.de

Die Zukunftsinitiative Klima.Werk

In der Zukunftsinitiative Klima.Werk arbeiten Emschergenossenschaft und Lippeverband gemeinsam mit Städten der Emscher-Lippe-Region an einer wasserbewussten Stadt- und Raumentwicklung, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität in den Quartieren zu steigern. Der blau-grüne Umbau startete 2005 mit der Zukunftsvereinbarung Regenwasser (ZVR) von Emschergenossenschaft, Emscher-Kommunen und dem Land NRW und entwickelte sich 2014 zur Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ weiter, jetzt Zukunftsinitiative Klima.Werk. Seit 2025 gibt es neu das Programm Emscher-Lippe Klima.Anpassung (ELKA), das Bausteine zum Schwammstadt-Umbau von öffentlichen und privaten Flächeneigentümer:innen fördert.

Unter dem Dach des Klima.Werks wird das Ruhrkonferenz-Projekt „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ des Landes Nordrhein-Westfalen umgesetzt, an dem sich seit 2020 alle Wasserverbände der Region beteiligen. Die Förderkulisse des Projekts umfasst das Gebiet des Regionalverbandes Ruhr (53 Städte und Gemeinden). In den klimafesten Wandel sollen bis 2030 rund 250 Millionen Euro investiert und in ausgewiesenen Gebieten 25 Prozent der befestigten Flächen abgekoppelt und die Verdunstungsrate um 10 Prozentpunkte gesteigert werden. Die Serviceorganisation der Zukunftsinitiative bei Emschergenossenschaft und Lippeverband setzt mit den Städten die Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung um. Weitere Informationen (auch zu Förderung von Projekten) auf www.klima-werk.de.