Anlässlich der laufenden „Woche der Klimaanpassung" (15. bis 19. September) weist die Zukunftsinitiative Klima.Werk auf ein Förderprogramm hin, mit dessen Hilfe jeder etwas für den klimarobusten Umbau tun kann. Warum der notwendig ist?
Erst überflutet der Starkregen die Straßen, dann trocknet die nächste Hitzeperiode den Garten aus. Das Regenwasser, das vor wenigen Tagen noch die Kanalisation zum Überlaufen brachte, wäre jetzt mehr als willkommen – stattdessen müssen Eigenheimbesitzer*innen nun das Leitungswasser zum Bewässern nutzen. Durch bauliche Anpassungen auf dem eigenen Grundstück lässt sich diese ungleiche Verteilung von Niederschlag – verstärkt durch den Klimawandel – aber ausgleichen. Das geht zum Beispiel mit einer Dachbegrünung oder Versickerungsmulden im Garten.
Zu oft wird Regenwasser noch in die Kanalisation abgeleitet. Das Problem: Bei Starkregen kann das Kanalsystem überlaufen. Koppelt man Teile des eigenen Grundstücks von der Kanalisation ab, kann das Wasser aber direkt da, wo es fällt, versickern oder gespeichert werden. Das Konzept nennt sich Schwammstadt-Prinzip und ist ein wichtiger Baustein, um öffentliche und private Infrastruktur an die Folgen der Klimakrise anzupassen. Es stärkt den natürlichen Wasserkreislauf in Städten, indem Niederschlag zur Bewässerung von Pflanzen gespeichert wird – zum Beispiel in Mulden, auf Dächern und in Zisternen. Bei Hitze trägt das Wasser durch Verdunstung außerdem zur Kühlung von Städten bei. So wappnet das Schwammstadt-Prinzip das eigene Grundstück gegen Hitze und Dürre, aber auch gegen mögliche Überschwemmungen infolge von Starkregen.
Für ein gutes Klima: Regenwasser direkt vor Ort speichern
Doch die Anpassung kostet, je nach Maßnahme, unterschiedlich viel Geld. Um eine wasserbewusste Stadtentwicklung zu fördern, bietet die Emschergenossenschaft im Rahmen der Zukunftsinitiative Klima.Werk finanzielle Unterstützung für Privatpersonen und Unternehmen. Mit der Förderung „Emscher-Lippe Klima.Anpassung“ (ELKA) schafft der Wasserwirtschaftsverband einen Anreiz, möglichst viele befestigte Flächen wie Haus- und Garagendächer oder andere befestigte Grundstücksflächen wie asphaltierte Parkplätze von der Kanalisation abzukoppeln.
Zum Beispiel können Eigentümer*innen ihre Einfahrt mit einem wasserdurchlässigen Belag befestigen, sodass der Regen direkt im Boden versickert. Eine weitere Möglichkeit sind oberirdische Versickerungsanlagen wie Mulden. Sie lassen sich gut in den Garten integrieren, ohne dessen Nutzung einzuschränken – mit einheimischen Pflanzen bestückt, fördern die Mulden auch die Artenvielfalt. Langfristig sparen Eigenheimbesitzer*innen durch solche Anpassungen Geld, weil sie zum Beispiel günstigere Abwassergebühren zahlen.
Emschergenossenschaft und Klima.Werk unterstützen Klimaanpassung
Eigentümer*innen von privaten oder gewerblichen Grundstücken und Immobilien, die im Einzugsgebiet der Emschergenossenschaft liegen, können für die Entsiegelung von Flächen, Maßnahmen zur Regenwasserversickerung, den Einbau von Rigolen oder Dach- und Fassadenbegrünung sowie die Nutzung und Ableitung von Regenwasser einen Zuschuss bei Emschergenossenschaft und Klima.Werk beantragen. Die Förderquote liegt je nach Maßnahme zwischen 40 und 80 Prozent der Herstellungskosten und hängt vom Beitrag der geplanten Umbauten zur Klimaanpassung ab. Sammeln Grundstücksbesitzer*innen Regenwasser offen und schaffen damit Lebensraum für Pflanzen und Tiere, gibt es mehr Geld, als wenn das Wasser über unterirdische Rohre in ein Gewässer abgeleitet wird.
Mehr Informationen zu den genauen Förderquoten, eine Karte zum Fördergebiet sowie die Antragsformulare finden Interessierte auf Fördergeld für Abkopplung und Starkregen-Resilienz
Kontakt: hallo@klima-werk.de
Die Zukunftsinitiative Klima.Werk
In der Zukunftsinitiative Klima.Werk arbeiten Emschergenossenschaft und Lippeverband gemeinsam mit Städten der Emscher-Lippe-Region an einer wasserbewussten Stadt- und Raumentwicklung, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität in den Quartieren zu steigern. Der blau-grüne Umbau startete 2005 mit der Zukunftsvereinbarung Regenwasser (ZVR) von Emschergenossenschaft, Emscher-Kommunen und dem Land NRW und entwickelte sich 2014 zur Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ weiter, jetzt Zukunftsinitiative Klima.Werk.
Unter dem Dach des Klima.Werks wird das Ruhrkonferenz-Projekt „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ des Landes Nordrhein-Westfalen umgesetzt, an dem sich seit 2020 alle Wasserverbände der Region beteiligen. Die Förderkulisse des Projekts umfasst das Gebiet des Regionalverbandes Ruhr (53 Städte und Gemeinden). In den klimafesten Wandel sollen bis 2030 rund 250 Millionen Euro investiert und in ausgewiesenen Gebieten 25 Prozent der befestigten Flächen abgekoppelt und die Verdunstungsrate um 10 Prozentpunkte gesteigert werden. Die Serviceorganisation der Zukunftsinitiative bei Emschergenossenschaft und Lippeverband setzt mit den Städten die Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung um. Weitere Informationen (auch zu Förderung von Projekten) auf www.klima-werk.de.
Die Emschergenossenschaft und der Lippeverband
Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) sind öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen, die als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip leben. Die Aufgaben der 1899 gegründeten Emschergenossenschaft sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz. Der 1926 gegründete Lippeverband bewirtschaftet das Flusseinzugsgebiet der Lippe im nördlichen Ruhrgebiet und baute unter anderem den Lippe-Zufluss Seseke naturnah um. Gemeinsam haben Emschergenossenschaft und Lippeverband rund 1.700 Beschäftigte und sind Deutschlands größter Abwasserentsorger und Betreiber von Kläranlagen (rund 782 Kilometer Wasserläufe, rund 1533 Kilometer Abwasserkanäle, 546 Pumpwerke und 69 Kläranlagen). www.eglv.de