Grüner Garagenhof – wie eine grüne Oase

Jürgen Kleine-Natrop und Nachbar:innen sind begeistert

Detailaufnahme eines begrünten Garagendachs

Bei Hitzephasen wie in diesem Sommer bleibt’s innen deutlich kühler und schöner sieht es allemal aus: Jürgen Kleine-Natrop hat mit seinen Hausnachbar:innen über 200 Quadratmeter Garagendächer begrünt und ist von den Vorteilen überzeugt. 10.000 Euro aus dem Fördertopf von Emschergenossenschaft und Klima.Werk haben geholfen.

Gu­te In­ves­ti­ti­on in bes­se­res Kli­ma

Jürgen Kleine-Natrop schaut von seinem Balkon im Bereich der Bottroper Innenstadt runter aufs Hofgelände, wo zwei Reihen Garagen stehen. „Die Aussicht ist jetzt einfach schön“, sagt der 63-Jährige. Gemeint sind die Dachflächen der Garagen, die sich wie ein grüner und blühender Teppich ausbreiten. „Das war vorher ein trister Anblick.“ Seine Nachbarin und Miteigentümerin Anna Bobrowski bestätigt das, „wie eine grüne Oase“ wirke die Dachbegrünung hinter dem Haus, alle Bewohner:innen freuen sich über die Investition in Pflanzen und Klimaanpassung.

Die beiden gehören zur Eigentümer:innengemeinschaft des Mehrfamilienhauses in Bottrop und haben die Bepflanzung von rund 300 Quadratmeter Dachfläche angestoßen. „Ich habe von dem Förderprogramm von EGLV und Klima.Werk gehört und einfach mal einen Antrag gestellt“, so Jürgen Kleine-Natrop. Der Beschluss der Eigentümer:innenversammlung war ein einstimmig, das Projekt anzugehen. Die Förderzusage über 10.000 Euro für 200 Quadratmeter Dachfläche hat zügig vorgelegen, ab da konnte es losgehen. Die Differenz zu den Kosten, die der Zuschuss nicht abgedeckt hat, und die zusätzlichen 100 Quadratmeter Gründach haben die Bottroper Eigentümer:innen aus ihrer Rücklage fürs Haus bezahlt.

Hinweis: Emschergenossenschaft/Lippeverband und Klima.Werk fördern auch Dachbegrünungen ab 200 Quadradmetern aufwärts. Dann gilt ein anderer Antragsweg:

Dach­be­grü­ner-Fir­men: Hil­fe im In­ter­net

Garagenhöfe wie der hinter dem Haus von Jürgen Kleine-Natrop und Anna Bobrowski gibt es viele im Ruhrgebiet – das Potenzial für ganz viel begrünte Dachfläche ist also da. 

Als die Entscheidung bei den Eigentümer:innen gefallen war, hat Anna Bobrowski im Internet Firmen recherchiert, die die Dachbegrünung umsetzen können. In Frage gekommen wäre das Unternehmen, das auch die Garagen aufgestellt hat sowie Dachdeckerfirmen, Spezialbetriebe, die nur Dachbegrünungen umsetzen, oder solche aus dem Bereich des Garten- und Landschaftsbaus. „Für ein Angebot aus dem Bereich haben wir uns dann entschieden, da hat die Beratung gestimmt und die Ausführung hat super funktioniert“, sagt die 42-jährige Bottroperin, in zwei Tagen sei alles erledigt gewesen.

Portrait eines Mannes mir grauem T-Shirt
Zitat-Anfang Auf jeden Fall zur Nachahmung empfohlen. Einfach machen und Förderantrag stellen! Zitat-Ende

Jürgen Kleine-NatropDachbegrüner aus Bottrop, will andere Hausbesitzer:innen motivieren

Ei­gen­tü­mer:innen spa­ren Ge­büh­ren

Anna Bobrowskis anfängliche Sorge: Die Dachbegrünung könnte sich nachteilig auf die Dachkonstruktion auswirken. Und: Der Pflegeaufwand könnte sich erhöhen. Das konnten die Fachleute und die Erfahrung in der Praxis ausräumen. Im Gegenteil: „Vorher mussten wir die Abflüsse auf den Garagendächern regelmäßig reinigen, das ist nun nicht mehr notwendig“, sagt auch Jürgen Kleine-Natrop.

Ein anderer Vorteil der Dachbegrünung zeigt sich auf der Jahresrechnung für die Niederschlagsgebühren. „Wir sparen 370 Euro im Jahr“, so Jürgen Kleine-Natrop. Weil das Regenwasser von den Dachflächen jetzt von der Entwässerung über die Kanalisation abgekoppelt ist, muss die Eigentümer:innengemeinschaft dafür auch keine Gebühren mehr zahlen. Die Stadt Bottrop honoriert damit den Rückhalt von Niederschlag aus der Kanalisation, andere Kommunen machen dies auch (bei der jeweiligen Stadt erkundigen).

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© Kirsten Neumann/EGLV

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