Naturnahe Wasserbewirtschaftung in Schultenkamp/Dorfheide
Das Neubaugebiet liegt im Norden von Bottrop, im Stadtteil Kirchhellen. Angesichts wachsender Wohnraumnachfrage und zunehmender klimatischer Herausforderungen hat sich die Stadt Bottrop frühzeitig entschieden, bei der Quartiersentwicklung auf eine klimaresiliente Gestaltung zu setzen.
Vorzeigeprojekt für klimaangepasste Stadtentwicklung
Die Vision steht: ein generationenübergreifendes Wohngebiet mit hoher Lebensqualität, nachhaltiger Regenwasserbewirtschaftung, viel Grün und städtebaulicher Identität. Bei der Entwicklung stand von Anfang an die Schwammstadt Die Schwammstadt ist ein Konzept der Stadtplanung: Die Stadt soll mit „Poren“ ausgestattet werden, die Regenwasser wie ein Schwamm aufsaugen, speichern und schließlich wieder abgeben. Mehr erfahren als Leitgedanke im Zentrum. Das Schwammstadt-Prinzip zielt darauf ab, den Rückhalt, die Versickerung Wenn Flächen frei von Beton und Asphalt, also nicht versiegelt sind, kann Niederschlag in tiefere Erdschichten gelangen oder in unterirdische Wasserspeicher (Rigolen, Zisternen). Mehr erfahren und die Nutzung von Regenwasser direkt vor Ort zu fördern, um die Kanalisation Mit Kanalisation wird das System aus Rohren und Zusatzbauten beschrieben, die gesammeltes Schmutz- und/oder Regenwasser zu Kläranlagen oder direkt in Gewässer einleiten. Mehr erfahren zu entlasten und Überflutungen zu vermeiden. In den vergangenen zwanzig Jahren entstand eine Siedlung, die ...
Klimaresilienz Klimaresilienz beschreibt die Fähigkeit, die Folgen des menschengemachten Klimawandels abzumildern, sich anzupassen und sich von Extremwetter wie Hitze, Trockenheit und Starkregen schneller zu erholen. Mehr erfahren durch naturnahe Wasserbewirtschaftung sicherstellt.
durchgrünte, lebenswerte Räume mit hoher Aufenthaltsqualität bietet.
soziale Mischung und Vielfalt der Wohnformen unterstützt.
ökologische Ressourcen nicht überlastet.
Maßnahmen im Überblick
Regenwassermanagement: Entkopplung vom Mischwassersystem durch Entwässerungsrinnen und dezentrale Rückhaltebecken Rückhaltebecken werden angelegt, um bei Starkregenereignissen große Mengen Wasser aufzunehmen. Die Regenrückhaltung kann oberirdisch in einem Teich oder Becken oder unterirdisch in einer Rigole erfolgen. Mehr erfahren .
Renaturierung des Schölsbachs: Der Bachlauf wurde naturnah umgestaltet und bildet heute ein zentrales, identitätsstiftendes Element mit ökologischer Funktion.
Grüne Lunge: Ein weit verzweigter Grünstreifen verbindet das ganze Quartier und schafft Aufenthalts-, Spiel- und Erholungsräume.
Erschließung & Verkehr: Die Mobilität im Quartier ist durch einen feinmaschigen Fuß- und Radwegenetzanschluss gesichert.
Biodiversität Biodiversität umfasst die Vielfältigkeit aller lebenden Organismen, zum Beispiel Tiere, Pflanzen, Pilze und Bakterien, genetische Vielfalt und die Variationsbreite der Ökosysteme und Lebensräume. Sie ist eine der wichtigsten Grundlagen unseres Lebens. Auch in Städten ist Biodiversität wichtig: Artenreiche Bepflanzungen sind wichtig für Insekten und Tiere. Mehr erfahren : Gehölzpflanzungen, Obstbaumwiesen, Feuchträume und extensiv begrünte Dachflächen fördern Artenvielfalt Mit diesem Begriff ist hier die Menge unterschiedlicher Pflanzen- und Tierarten gemeint, die sich in der kleinen eigenen Welt des Gründachs tummeln können. Mehr erfahren
Eine Erschließung in dieser Größe über so lange Zeit und mit der Flächenverfügbarkeit wird wohl einmalig bleiben.
Frank Skiba
Fachbereich Tiefbau, Stadt Bottrop
Im Wandel der Zeit
Die Entwicklung des Gebiets wurde ab dem Jahr 1999 sukzessive umgesetzt. Die Bebauung des ersten Bauabschnitts begann bereits 2008. Das Gebiet umfasst insgesamt 27 Hektar, von denen rund 22 Hektar innerhalb von fünf Bauabschnitten bebaut wurden und werden. Der fünfte und letzte Bauabschnitt soll bis 2027 fertig gestellt sein.
Auf den Weg gebracht
Über den Zeitraum von mehr als 20 Jahren kann beobachtet werden, wie sich die städteplanerischen Anforderungen an eine klimaresiliente Wohnsiedlung geändert haben. Beispielsweise spielte das Thema Dachbegrünung in der Frühphase des Projekts keine Rolle, in der Planung für den fünften Bauabschnitt ist diese Maßnahme enthalten. Im Zentrum des Schwammstadtkonzepts stand die Renaturierung des Schölsbachs und die Anlage von insgesamt fünf kleineren Retentionsbecken. Der Bach entwässert, gesteuert durch Drosselklappen, die Regenrückhaltebecken, die das Regenwasser des jeweiligen Bauabschnitts dezentral aufnehmen.
Regenwasser als Gestaltungselement
Das Gebiet zeigt eindrücklich, wie Regenwasser als Gestaltungselement zur Aufwertung von Quartieren genutzt werden kann:
Erhöhung der Retentionskapazität
Reduktion von Versiegelung durch Mulden und offene Systeme
Aufwertung der Siedlungsstruktur durch durchgrünte Räume und Sichtbeziehungen
Grünzüge stärken die Biotopvernetzungen im städtischen Raum
Die Einbindung des Wassers wirkt klimaregulierend
Weitere Informationen
Förderung für Klimaanpassung
Geld für den Wandel
Profitiere von Fördermitteln und trage zur Schwammstadt der Zukunft bei. Wir zeigen dir, welche Förderung die richtige für dich ist.
Das gemeinsame Ziel ist klar: eine lebenswerte, blau-grüne, klimarobuste Emscher-Lippe-Region. Wie aber gelingt Zusammenarbeit über Städte- und Ämtergrenzen hinweg? Die Zukunftsinitiative Klima.Werk Die Zukunftsinitiative Klima.Werk ist ein Bündnis aus Kommunen in der Emscher-Lippe-Region und von Emschergenossenschaft/Lippeverband. Mehr erfahren hat mit ihren kommunalen Mitgliedern Arbeitsabläufe etabliert, die ein gemeinsames Handeln ermöglichen.
Zwei Mehrfamilienhäuser in der Oberen Holtener Straße im Duisburger Norden leiten anfallendes Regenwasser nicht mehr in die Kanalisation, sondern lassen es direkt auf dem eigenen Grundstück versickern. Insgesamt sieben Versickerungsmulden entlasten das Abwassernetz, verbessern das Mikroklima und helfen den Bewohnerinnen und Bewohnern dabei, Abwassergebühren zu sparen.