Für das im Jahr 2017/2018 entstandene Wohnquartier Bückelsberg hat die Stadt Dorsten im Bebauungsplan eine naturnahe Regenwasserbewirtschaftung festgelegt. Das Gebiet wird im Trennsystem entwässert, Niederschlag kann versickern und verdunsten. Empfehlungen zur Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips gibt es auch für die Hauseigentümer*innen.
Regenwasser vom Schmutzwasser trennen
In der schmucken Siedlung Bückelsberg in Dorsten fühlen sich Eltern und Kinder in Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften wohl. Wer ins Wohngebiet kommt, dem fällt vielleicht die große, leicht abschüssige Wiese auf, die im südlichen Teil des Geländes liegt. Das Areal ist aber nicht einfach nur eine Wiese, sondern eine Versickerungsmulde. Wie die offenen Rinnen ist sie ein sichtbares Zeichen dafür, dass hier die kostbare Ressource Regenwasser nicht gemeinsam mit Schmutzwasser Schmutzwasser ist ein Teil des Abwassers Mehr erfahren in der Kanalisation Mit Kanalisation wird das System aus Rohren und Zusatzbauten beschrieben, die gesammeltes Schmutz- und/oder Regenwasser zu Kläranlagen oder direkt in Gewässer einleiten. Mehr erfahren landet und unnötig geklärt wird. Die Stadt Dorsten hat mit einem Trennsystem für das Wohngebiet geplant und damit das Prinzip der Schwammstadt Die Schwammstadt ist ein Konzept der Stadtplanung: Die Stadt soll mit „Poren“ ausgestattet werden, die Regenwasser wie ein Schwamm aufsaugen, speichern und schließlich wieder abgeben. Mehr erfahren hier konsequent umgesetzt. Das bedeutet: Entwässerung von Niederschlag funktioniert über Versickerung Wenn Flächen frei von Beton und Asphalt, also nicht versiegelt sind, kann Niederschlag in tiefere Erdschichten gelangen oder in unterirdische Wasserspeicher (Rigolen, Zisternen). Mehr erfahren , Verdunstung Verdunstung beschreibt den Prozess, bei dem Wasser vom flüssigen Zustand gasförmig wird und so in die Luft übergeht. Der Prozess ist Teil des natürlichen Wasserkreislaufs. In Schwammstädten wird Regenwasser von durchlässigen Flächen aufgenommen und kann so versickern oder verdunsten. Während der Verdunstung wird der Umgebung Wärme entzogen und durch den Kühlungseffekt verbessert sich das Mikroklima. Mehr erfahren und ein eigenes Rohrsystem für das Nass vom Himmel. Das Schmutzwasser wird dagegen der Kläranlage Wulfen zugeführt.
Das Regenwasser einer ganzen Siedlung ist vom Schmutzwasser getrennt
In dem Wohngebiet in Dorsten stärkt Regenwasser von 3,23 Hektar Fläche den natürlichen Wasserkreislauf „Wasserkreislauf“ ist die Zirkulation von Wasser zwischen den verschiedenen Sphären der Erde durch ständige Zustandsveränderung (Veränderung des Aggregatzustands: fest, flüssig, gasförmig). Mehr erfahren
Das verbessert das Mikroklima im Stadtgebiet
Klimaanpassung: Auflagen im Bebauungsplan
Im Bebauungsplan für den Bückelsberg hat die Stadt Dorsten mehrere Bausteine festgelegt, die auf das Schwammstadt-Prinzip einzahlen: Das Regenwasser der versiegelten Flächen und der Dachflächen an der Straße Siebengebirge versickert in der großen Mulde im südlichen Teil bzw. auf den jeweiligen Grundstücken. Die Mulde ist als naturnah gestaltete Wiesenfläche angelegt worden. Die Flächen eines Grünzuges dienen ebenfalls zur Ableitung von Niederschlag. Im Wohnquartier sollten zudem die Flachdächer von Garagen oder anderen geeigneten Dächern begrünt werden. Gründächer speichern einerseits Regenwasser und verdunsten es andererseits. Das hat einen positiven Effekt auf die Umgebungstemperatur: An heißen Tagen tragen Gründächer zur Kühlung bei.
Eine Versickerung von Regenwasser hat der Bebauungsplan für die Dach- und Hofflächen der privaten Grundstücke zum Beispiel an der Harzstraße vorgesehen. Das bedeutet: Unter Beachtung des Grundwasserschutzes mussten Hauseigentümer*innen dafür sorgen, dass Niederschlag über Flächen-, Mulden- oder Rigolenversickerung oder in angrenzenden öffentlichen Versickerungsmulden entsorgt wird.
Mittels Trennkanalisation wird dagegen Regenwasser vom Schwarzwaldweg und von Grundstücken westlich der Versickerungsmulde dem Regenwassersystem des Orthöver Weges zugeführt.
Das Beispiel Bückelsberg zeigt: Naturnahe Regenwasserbewirtschaftung funktioniert. Regen soll da bleiben, wo er fällt und gebraucht wird: Vor Ort! Er will nicht über Rohrsysteme zu den Flüssen oder Kläranlagen, sondern Teil des natürlichen Wasserkreislaufs werden!
Annette Ebener
Stadtkoordinatorin der Zukunftsinitiative Klima.Werk in Dorsten
2017/18
ist das Wohnquartier gebaut worden
34
Wohnhäuser stehen in der Siedlung
19000
m² Fläche wurden nicht ans Kanalnetz angeschlossen
Weitere Informationen
Förderung für Klimaanpassung
Geld für den Wandel
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