Hintergrund Grafik - Klima.Werk

Gladbeck: Maschinenhalle Zweckel

Denkmalschutz und Klimaanpassung gelingen zusammen

Die Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck verbindet Industriegeschichte mit Klimaanpassung. Als denkmalgeschütztes Gebäude wird sie heute nicht nur kulturell genutzt, wie zum Beispiel als Location für das Klima.Werk-Forum 2025, sondern ist auch ein Beispiel für nachhaltiges Regenwassermanagement. 

Zu sehen ist die vollständige Maschinenhalle Zweckel von vorne.

Herzstück der Zeche

Die Maschinenhalle wurde im Jahr 1909 als Herzstück der Zeche Zweckel errichtet und gilt bis heute als eines der architektonisch eindrucksvollsten Industriegebäude der Emscher-Lippe-Region. Mit einer Länge von 126 Metern und einer Dachfläche von rund 3.000 Quadratmetern prägt sie das Erscheinungsbild des ehemaligen Zechengeländes. 
Die Zeche Zweckel wurde ab 1908 errichtet und nahm 1911 die Kohleförderung auf. Die Maschinenhalle diente dabei als elektrische Zentrale: Kompressoren, Generatoren und Umformer versorgten das gesamte Bergwerk mit Energie und Druckluft. Nach der Stilllegung der Zeche im Jahr 1963 blieb das Gebäude als bedeutendes Zeugnis der Industriekultur erhalten.

Entwicklung zum Industriedenkmal

Seit den 1980er-Jahren wurde das Gelände schrittweise als Industriedenkmal entwickelt. Mit der Einrichtung als Stiftungsstandort ab 1997 und umfangreichen Sanierungsmaßnahmen bis 2012 wurde die Maschinenhalle sowohl funktional als auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit weiterentwickelt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie bestehende Gebäude und so umgestaltet werden können, dass sie einen aktiven Beitrag zum Umgang mit den Folgen des Klimawandels leisten.
„Ein zentrales Ziel bei der Sanierung war die Entlastung der durch die von Niederschlagswasser. Regenwasser wird als Ressource genutzt und im lokalen gehalten“, erklärt Ulrike Raasch von der bei Emschergenossenschaft/Lippeverband. Damit wird ein Beitrag zur Umsetzung des -Prinzips geleistet, zudem zeigt das Beispiel Maschinenhalle, dass ein solcher Umbau im Bestand möglich ist.

Die Ziele des Projekts

  • Ressourcenschonung: Nutzung von Regenwasser anstelle von Trinkwasser für geeignete Anwendungen
  • : Verbesserung des Wasserrückhalts bei Starkregenereignissen
  • Aufwertung des Umfelds: Integration wasserbezogener Elemente in die Freiraumgestaltung
     
Zu sehen ist ein Förderturm im Sonnenuntergangslicht. Zu sehen ist ein Förderturm im Sonnenuntergangslicht.

Konkrete Maßnahmen

Im Zuge der Sanierung und Umnutzung der Maschinenhalle wurde ein umfassendes Konzept zur Regenwasserbewirtschaftung umgesetzt:

Zu sehen ist eine begrünte Fläche mit unterirdischen Rigolensystemen von oben. Zu sehen ist eine begrünte Fläche mit unterirdischen Rigolensystemen von oben.

Abkopplung der Dachflächen:
Die Entwässerung der gesamten Dachfläche von rund 3.000 Quadratmetern wurde von der Kanalisation getrennt. Das anfallende Regenwasser wird vollständig vor Ort gesammelt bzw. auf die Flächen um das Gebäude herum zum Verdunsten und Versickern abgeleitet.
Regenwassernutzung:
Ein Teil des gesammelten Wassers wird gespeichert und steht für die Nutzung als Löschwasser sowie für die Versorgung der sanitären Anlagen zur Verfügung. Dadurch wird der Einsatz von Trinkwasser deutlich reduziert.
und Rückhalt:
Überschüssiges Regenwasser wird über Fallrohre und Überläufe in Muldenflächen auf dem angrenzenden Parkgelände geleitet. Diese sind gezielt so gestaltet, dass sie Wasser aufnehmen und zwischenspeichern können.
Rigolensysteme:
Unterhalb der Mulden befinden sich , die das Wasser aufnehmen und zeitverzögert an den Untergrund abgeben. Dadurch wird eine gleichmäßige Versickerung ermöglicht und die Belastung bei reduziert.
 

Nachhaltig und denkmalgeschützt

Bei dem Foto handelt es sich um ein Porträt von Ulrike Raasch, die Kleidung mit dem Logo der ZI Klima.Werk trägt.
Das Projekt zeigt, dass auch für denkmalgeschützte Gebäude wirksame Lösungen für die Klimaanpassung umgesetzt werden können.

Ulrike Raasch

Projektentwicklerin in der Serviceorganisation der Zukunftsinitiative Klima.Werk bei Emschergenossenschaft/Lippeverband

Die Maschinenhalle Zweckel zeigt, wie sich historische Gebäude erfolgreich mit modernen Anforderungen an Klimaanpassung verbinden lassen. „Durch die Abkopplung der Dachflächen wird die Kanalisation dauerhaft entlastet, während gleichzeitig ein erheblicher Teil des Regenwassers vor Ort genutzt oder versickert wird“, so Ulrike Raasch.

Weitere Informationen

Eine Frau mit schwarzem Haar sitzt auf einer Bank und hält ein Handy in ihrer Hand.

Förderung für Klimaanpassung

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Zur Klima.Förderung

Zu sehen ist eine Gruppe Menschen der Zukunftsinitiative Klima.Werk, drei Personen stehen im Vordergrund, mehrere im Hintergrund.

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Die Arbeitsweise

Das gemeinsame Ziel ist klar: eine lebenswerte, blau-grüne, klimarobuste Emscher-Lippe-Region. Wie aber gelingt Zusammenarbeit über Städte- und Ämtergrenzen hinweg? Die hat mit ihren kommunalen Mitgliedern Arbeitsabläufe etabliert, die ein gemeinsames Handeln ermöglichen.

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Zu sehen ist ein Regenablauf von einem gewöhnlichen Wohnhaus, welcher zu einer grünen Wiese führt.

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Zwei Mehrfamilienhäuser in der Oberen Holtener Straße im Duisburger Norden leiten anfallendes Regenwasser nicht mehr in die Kanalisation, sondern lassen es direkt auf dem eigenen Grundstück versickern. Insgesamt sieben Versickerungsmulden entlasten das Abwassernetz, verbessern das Mikroklima und helfen den Bewohnerinnen und Bewohnern dabei, Abwassergebühren zu sparen.

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