Aus Grau mach' Grün: Die Gemeinschafts-Müllverbrennungsanlage Niederrhein (GMVA) in Oberhausen geht in der Region als gutes Vorbild für die Klimaanpassung voran.
Die Dach- und Fassadenbepflanzungen der Anlage nehmen Regenwasser auf und sorgen für eine Entlastung der Kanalisation Mit Kanalisation wird das System aus Rohren und Zusatzbauten beschrieben, die gesammeltes Schmutz- und/oder Regenwasser zu Kläranlagen oder direkt in Gewässer einleiten. Mehr erfahren und eine Verdunstungskühle Pflanzen nehmen Wasser auf und verdunsten es über ihre Blätter. Diese Abgabe von Feuchtigkeit im gasförmigen Aggregatzustand in die Umgebung senkt die Lufttemperatur. Mehr erfahren , von der im Sommer die gesamte Umgebung profitiert.
Rund 3.300 Quadratmeter Grünfläche auf Dächern und Fassaden der Müllverbrennungsanlage
Begrünung sorgt für kühlere und saubere Luft …
… und für mehr Artenvielfalt Mit diesem Begriff ist hier die Menge unterschiedlicher Pflanzen- und Tierarten gemeint, die sich in der kleinen eigenen Welt des Gründachs tummeln können. Mehr erfahren
Eine Müllverbrennungsanlage stärkt den blau-grünen Wandel
Ein Fleck Natur auf grauen Industrie- und Bürodächern
Die Fassade des verblichenen Kühlturms soll hinter sattgrünen Pflanzenranken verschwinden, aber auf rund 3.000 Quadratmetern begrünter Dachfläche von umliegenden Gebäuden ist bereits das Summen zahlreicher Insektenarten zu hören. Was auf den ersten Blick einem „Lost Place“ gleicht, den sich die Natur zurückerobert, ist in Wahrheit alles andere als ein verlassener Ort. Die Gemeinschafts-Müllverbrennungsanlage Niederrhein (GMVA) in Oberhausen zählt sogar zu den größten Deutschlands. Rund 700.000 Tonnen Abfall werden dort jedes Jahr verbrannt.
Initiiert wurde die Klimafolgenanpassung Klimafolgenanpassung umfasst Maßnahmen, um die negativen Folgen des Klimawandels zu begrenzen und die Widerstandsfähigkeit von Mensch und Umwelt zu stärken. Dazu gehören zum Beispiel Hitzeschutz in Städten, wasserbewusste Stadtplanung oder der Umbau von Infrastrukturen gemäß des Schwammstadtprinzips. Mehr erfahren in Form einer umfangreichen Dach- und Fassadenbegrünung Fassadenbegrünung ist eine Form der Gebäudebegrünung Mehr erfahren sowie einer Blumenwiese mit Bienenstöcken im Jahr 2020 von der damaligen Geschäftsführerin Dr. Angela Sabac-el-Cher. Sie trieb das Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Zukunftsinitiative Klima.Werk Die Zukunftsinitiative Klima.Werk ist ein Bündnis aus Kommunen in der Emscher-Lippe-Region und von Emschergenossenschaft/Lippeverband. Mehr erfahren und der Stadt Oberhausen voran.
Gut für Mensch und Umwelt
„Eine großflächige Dachbegrünung, wie sie hier entstanden ist, sieht nicht nur schön aus, sondern trägt darüber hinaus auch zur Klimaresilienz Klimaresilienz beschreibt die Fähigkeit, die Folgen des menschengemachten Klimawandels abzumildern, sich anzupassen und sich von Extremwetter wie Hitze, Trockenheit und Starkregen schneller zu erholen. Mehr erfahren unserer Stadt bei“, erklärt Maik Ballmann, Stadtkoordinator der Zukunftsinitiative Klima.Werk in Oberhausen und Fachbereichsleiter Klimaschutz bei der Stadt. „Die Bepflanzung sorgt unter anderem dafür, dass Starkregen Fällt in kurzer Zeit viel Regen, spricht man von "Starkregen". Mehr erfahren zurückgehalten werden kann und nicht umgehend von der überlasteten Kanalisation verarbeitet werden muss. Zudem speichert die Begrünung CO2 und bindet Feinstaub.“
3.300m²
Dach- & Fassadenflächen wurden begrünt
97,5%
der Kosten wurden durch die Förderung gedeckt
Auch die Mitarbeiter:innen vor Ort profitieren von den Maßnahmen, da sich das Dach im Sommer nicht mehr so stark erhitzt und die Umgebung durch die steigende Verdunstungsrate merklich heruntergekühlt wird. Vorteile, von denen besonders im Ruhrgebiet viele Standorte profitieren könnten. Denn die grüne Infrastruktur ist angesichts der zahlreichen versiegelten Industrie- und Gewerbeflächen weiterhin ausbaufähig – insbesondere in Hinblick auf den Klimawandel Der Begriff Klimawandel bezeichnet langfristige Veränderungen der Wetterbedingungen auf der Erde. Mehr erfahren , der künftig vermehrt zu extremen Wetterereignissen führen wird.
Das Projekt im Überblick
Erste Maßnahme, die im Rahmen des Ruhrkonferenz-Projekts „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ verwirklicht wurde
Pflegeleichte Sedum Hinter diesem lateinischen Namen verbirgt sich der Großteil der dickblättrigen Pflanzen, die für extensive Dachbegrünungen geeignet sind. Mehr erfahren -Pflanzen, die Regenwasser aufnehmen, CO2 speichern und Feinstaub binden
Entlastung der Kanalisation bei Starkregen und Umgebungskühlung durch Verdunstung Verdunstung beschreibt den Prozess, bei dem Wasser vom flüssigen Zustand gasförmig wird und so in die Luft übergeht. Der Prozess ist Teil des natürlichen Wasserkreislaufs. In Schwammstädten wird Regenwasser von durchlässigen Flächen aufgenommen und kann so versickern oder verdunsten. Während der Verdunstung wird der Umgebung Wärme entzogen und durch den Kühlungseffekt verbessert sich das Mikroklima. Mehr erfahren an heißen Sommertagen
Förderungen durch das Land NRW und die Emschergenossenschaft in Höhe von 240.000 Euro
Die Begrünung der GMVA Niederrhein in Oberhausen hat gezeigt, wie gut das Zusammenspiel von Privatwirtschaft und Verwaltung funktionieren kann. Es muss nur jemand den ersten Schritt machen.
Maik Ballmann
Stadtkoordinator der Zukunftsinitiative Klima.Werk in Oberhausen
Gebäudebegrünung – unkompliziert und umweltfreundlich
Bei der Dach- und Fassadenbegrünung der GMVA handelt es sich um die erste offizielle Maßnahme des Ruhrkonferenz-Projekts „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“. Gefördert wurde die Gebäudebepflanzung mit rund 240.000 Euro durch das NRW-Umweltministerium und die Emschergenossenschaft. Aber wie nachhaltig und pflegeintensiv ist so ein Biotop inmitten einer asphaltierten Industrielandschaft eigentlich? „Die Pflege der Sedum-Pflanzen ist überraschend simpel“, sagt Maik Ballmann: „Im Grunde genügt es, wenn ein- bis zweimal pro Jahr jemand nach dem Rechten sieht und die Wurzeln selbstgesäter Bäume entfernt. Die Fette Henne selbst, die zur Familie der Dickblattgewächse gehört, ist äußerst genügsam und pflegeleicht.“
Wildbienen und Mitarbeiter:innen wissen die Vorzüge des immergrünen Pflanzenteppichs inzwischen zu schätzen und der Stadtkoordinator hofft, dass andere Städte nachziehen werden:
Profitiere von Fördermitteln und trage zur Schwammstadt Die Schwammstadt ist ein Konzept der Stadtplanung: Die Stadt soll mit „Poren“ ausgestattet werden, die Regenwasser wie ein Schwamm aufsaugen, speichern und schließlich wieder abgeben. Mehr erfahren der Zukunft bei. Wir zeigen dir, welche Förderung die richtige für dich ist.
Das gemeinsame Ziel ist klar: eine lebenswerte, blau-grüne, klimarobuste Emscher-Lippe-Region. Die Zukunftsinitiative Klima.Werk hat mit ihren kommunalen Mitgliedern Arbeitsabläufe etabliert, die ein gemeinsames Handeln ermöglichen.
Auf einem ehemaligen Ascheplatz in Bochum-Riemke ist eine multifunktionale Sport- und Freizeitfläche für Jung und Alt entstanden. Ein identitätsstiftender Ort für die Nachbarschaft, der für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglich und durch ein innovatives Rigolensystem gegen Hitzewellen und Starkregen gewappnet ist.