Der Landschaftspark Duisburg Nord, gelegen auf dem Gelände eines ehemaligen Hüttenwerks, ist nicht nur ein touristischer Anziehungspunkt der Industriekultur im Ruhrgebiet, sondern auch ein Vorzeigeprojekt für die blau-grüne Transformation. Als Parkprojekt beeindruckt die Fläche durch ihre enorme Artenvielfalt und die vielfältigen Maßnahmen zur Stärkung des natürlichen Wasserkreislaufs.
Industrielle Hinterlassenschaften
Bauhütte, Gebläsehalle oder die Gießhalle - die alte Industriearchitektur des Landschaftsparks Duisburg-Nord versprüht eine weltweit einmalige Atmosphäre. Der Park wurde in den 1990er Jahren im Rahmen der internationalen Bauausstellung IBA Emscherpark angelegt. Bei der Umgestaltung des ehemaligen Hüttenwerks Meiderich stand neben der kulturellen Umnutzung des industriellen Wahrzeichens auch die naturnahe Regenwasserbewirtschaftung Alle Maßnahmen, die von Einrichtungen wie Kommunen und Betrieben oder Privaten ergriffen werden, um Niederschlagswasser sowohl abzuführen als auch zu nutzen, werden unter dem Begriff Regenwasserbewirtschaftung zusammengefasst. „Nutzen“ bedeutet hier meist, dass das Wasser für einen Zweck verwendet und anschließend wieder abgeleitet wird. Mehr erfahren des Geländes im Fokus.
Die Folgen der jahrzehntelangen Nutzung der Industriefläche barg einige Herausforderungen für die Abkopplung Werden Niederschlagsabflüsse von Grundstücks- oder Dachflächen nicht mehr in die Kanalisation geleitet, spricht man von Abkopplung. Mehr erfahren des Regenwassers. Das Gelände war stark belastet. Das Regenwassermanagement musste nicht nur effektiv sein, sondern auch den Umgang mit kontaminierten Böden berücksichtigen, um eine Verbreitung von Schadstoffen zu vermeiden. Zudem waren große Flächen versiegelt oder stark verdichtet, was die natürliche Versickerung Wenn Flächen frei von Beton und Asphalt, also nicht versiegelt sind, kann Niederschlag in tiefere Erdschichten gelangen oder in unterirdische Wasserspeicher (Rigolen, Zisternen). Mehr erfahren von Regenwasser erschwerte. Diese Flächen mussten entsiegelt und renaturiert werden, um eine natürliche Regenwasserinfiltration zu ermöglichen.
Die Maßnahmen zur naturnahen Regenwasserbewirtschaftung leisten einen erheblichen Beitrag zur Stärkung der Klimaresilienz für die Stadt Duisburg.
Klaus Juchheim
Serviceorganisation Zukunftsinitiative Klima.Werk bei Emschergenossenschaft/Lippeverband
Auf den Weg gebracht
Der Landschaftspark nimmt Regenwasser wie ein Schwamm auf
Wasser spielt im Park als zentrales Gestaltungselement eine wichtige Rolle. Die Architekten Latz + Partner entwickelten daher den Wasserpark, der die Alte Emscher in fünf Abschnitte unterteilt: den Klarwasserkanal, den Emschergraben, die Emscherrinne, die Emscherschlucht und den Emscherbach.
Durch ein ausgeklügeltes System aus alten und neuen Rohren, Rinnen, Gräben und Kanälen wird der Alten Emscher Regenwasser zugeführt: Durch Staustufen und Wasserspeier ist es möglich, Niederschläge zu sammeln und langsam an die Umgebung abzugeben. So wird der alten Emscher auch bei Trockenheit sauerstoffreiches Wasser zugeführt.
180
Hektar renaturierte Industriefläche
15
Hektar befestigte Fläche von der Kanalisation abgekoppelt.
¼
der gesamten Artenvielfalt von Nordrhein-Westfalen im Park
Verbesserte Wasserqualität
Die Alte Emscher, die den Landschaftspark Duisburg-Nord auf einer Länge von mehr als drei Kilometern durchfließt, ist ein Altarm der Emscher. Auch die Alte Emscher diente lange Zeit als oberirdischer Kanal für Abwässer aus Industrie und Haushalten. Die Qualität des Wassers war stark belastet. Im Zuge des Umbaus des gesamten Emschersystems von 1995 bis Ende 2021 wurden auch im Bereich der Alten Emscher unterirdische, getrennte Abwasserkanäle gebaut, deren Fracht zur Kläranlage Alte Emscher Duisburg geht. Oberirdisch führt der Graben der Alten Emscher heute ausschließlich Regenwasser. Das hat zu einer erheblichen Verbesserung der Wasserqualität geführt. Sogar das Fischen ist wieder möglich.
Renaturierung: Der Boden, der durch industrielle Nutzung stark belastet war, wurde schrittweise renaturiert. Dies verbessert die Bodenqualität und fördert die Wasseraufnahme und -speicherung.
Bodenentsiegelung: Durch den Einsatz von durchlässigen Materialien für Wege und Plätze wird die Bodenversiegelung minimiert, was das Regenwassermanagement unterstützt.
Baumbestand: Der Erhalt und die Neupflanzung von Bäumen schaffen Schattenplätze, die zur Abkühlung beitragen.
Grüne Freiräume: Die großen und offenen Grünflächen fördern die Luftzirkulation und wirken kühlend auf das städtische Mikroklima in Duisburg.
Postindustrieller Naturraum
Der 180 Hektar umfassende Landschaftspark ist ein modernes Symbol postindustrieller Naturräume. Bäume spielen hierbei eine große Rolle. Durch die Mischung aus naturbelassenen Grünflächen, Parkanlage und „wilder“ Natur, die sich nach der Stilllegung des Hüttenwerks ungestört entfalten konnte, ist der Park ein Rückzugsort für seltene Tiere wie Fledermausarten, Kreuzkröten, rund 100 Käferarten und mehr als 45 Vogelarten. Rund ein Viertel der gesamten Artenvielfalt Mit diesem Begriff ist hier die Menge unterschiedlicher Pflanzen- und Tierarten gemeint, die sich in der kleinen eigenen Welt des Gründachs tummeln können. Mehr erfahren von Nordrhein-Westfalen hat sich mittlerweile im Parkgebiet angesiedelt.
Das Projekt begann 1991 und der Park wurde im Laufe der folgenden Jahre sukzessive entwickelt. Damit ist der Park eines der ersten Beispiele für die Abkopplung des Niederschlagwassers im Ruhrgebiet.
Profitiere von Fördermitteln und trage zur Schwammstadt Die Schwammstadt ist ein Konzept der Stadtplanung: Die Stadt soll mit „Poren“ ausgestattet werden, die Regenwasser wie ein Schwamm aufsaugen, speichern und schließlich wieder abgeben. Mehr erfahren der Zukunft bei. Wir zeigen dir, welche Förderung die richtige für dich ist.
Das gemeinsame Ziel ist klar: eine lebenswerte, blau-grüne, klimarobuste Emscher-Lippe-Region. Wie aber gelingt Zusammenarbeit über Städte- und Ämtergrenzen hinweg? Die Zukunftsinitiative Klima.Werk Die Zukunftsinitiative Klima.Werk ist ein Bündnis aus Kommunen in der Emscher-Lippe-Region und von Emschergenossenschaft/Lippeverband. Mehr erfahren hat mit ihren kommunalen Mitgliedern Arbeitsabläufe etabliert, die ein gemeinsames Handeln ermöglichen.
Der Landschaftspark Duisburg Nord, gelegen auf dem Gelände eines ehemaligen Hüttenwerks, ist nicht nur ein touristischer Anziehungspunkt der Industriekultur im Ruhrgebiet, sondern auch ein Vorzeigeprojekt für die blau-grüne Transformation.