Versickerung statt Kanalisation – hier wächst die Schwammstadt
Diese Umgestaltung des Dickswall gehört zum Baukasten des städtebaulichen -Konzepts. Dabei wird Regenwasser als Ressource gesehen und möglichst naturnah bewirtschaftet. Niederschlag soll nicht zusammen mit in der zur Kläranlage geleitet und dort unnötig gereinigt, sondern vor Ort zurückgehalten, gespeichert, genutzt werden.
Dafür wurden im Bereich zwischen Althofstraße und Tourainer Ring insgesamt 36 Bäume gepflanzt – dazu zählen Purpur-Erlen, Feld-Ahorne, Fächerblattbäume, Vogelkirschen, Stiel-Eichen, Säulen-Ulmen, Gleditschien und Schwarz-Kiefern. Zusätzlich entstand eine 1.200 Quadratmeter große Staudenfläche sowie eine 1.400 Quadratmeter große artenreiche Wiesenfläche. Die Grüninsel ist zur Regenwasserspeicherung und Ableitung von Niederschlag gedacht.
Im Rahmen der Kanalbaumaßnahme Rumbach und des damit einhergehenden Straßenumbaus ist ein bislang überwiegend versiegelter Bereich der Mittelinsel des Dickswalls deutlich vergrößert und als Vegetationsfläche ausgebaut worden. Durch die Flächenentsiegelung und die Herstellung einer Regenwassermulde mit darunterliegender Rigole (Speicherkörper) kann das anfallende Regenwasser der befestigten Flächen von der Südseite der Bauminsel innerhalb der Vegetation zurückgehalten und weitgehend versickert oder verdunstet werden. Das wird angereichert, die in diesem zentralen Stadtbereich erhöht und der Vegetation Regenwasser zugeleitet. Die Kanalisation wird dadurch insgesamt entlastet.
Der Dickswall vorher und nachher




So funktioniert dieses Schwammstadt-Projekt


Die Vorteile der Maßnahme:
Wasser
- Regenwasser versickert vor Ort, statt in die Kanalisation abzufließen
- Grundwasser wird angereichert
- Entlastung der Kanalisation
- Stärkung des natürlichen Wasserkreislaufs
Klima & Kühlung
- Erhöhung der Verdunstungskühle im Stadtbereich
- Hitzeinseleffekt wird reduziert
- Verbesserung des Mikroklima
Natur & Ökologie
- Erhöhung der
- Steigerung der
Stadtbild
- Gestalterische Aufwertung des öffentlichen Raums
- Attraktivere Aufenthaltsqualität
- Lebensqualität im Quartier wird gesteigert
Infrastruktur
- Erneuerung von Fahrbahn, Geh- und Radwegen
- Modernisierung der Oberflächenentwässerung
- Langfristige Kostenersparnis durch weniger Kanalbelastung
Die gesamte Maßnahme findet unter dem Dach der Zukunftsinitiative Klima.Werk statt und wurde aus dem Programm „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ (KRiS) des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert, an dem sich seit 2020 viele Kommunen der Region beteiligen. Die Förderkulisse des gesamten Projekts umfasst das Gebiet des Regionalverbandes Ruhr (53 Städte und Gemeinden). In den klimafesten Wandel sollen bis 2030 rund 250 Millionen Euro investiert werden.
Das Projekt in Zahlen
- 36
Bäume gepflanzt
- 1.200 m²
Staudenflächen angelegt
- 1.400 m²
artenreiche Wiesenfläche angelegt
- 700 m²
Fläche wurde entsiegelt
- 2.230 m²
Straßenfläche entwässern in die Grüninsel


Weitere Informationen
Förderung für Klimaanpassung
Geld für den Wandel
Profitiere von Fördermitteln und trage zur Schwammstadt der Zukunft bei. Wir zeigen dir, welche Förderung die richtige für dich ist.
Expert:innen-Netzwerke
Die Arbeitsweise
Das gemeinsame Ziel ist klar: eine lebenswerte, blau-grüne, klimarobuste Emscher-Lippe-Region. Wie aber gelingt Zusammenarbeit über Städte- und Ämtergrenzen hinweg? Die Zukunftsinitiative Klima.Werk hat mit ihren kommunalen Mitgliedern Arbeitsabläufe etabliert, die ein gemeinsames Handeln ermöglichen.
Gelsenkirchen: Bleckkirche
Natürliche Versicherung
An der Bleckkirche wurden ca. 500 m² Dach- und versiegelte Wegeflächen von der Kanalisation abgekoppelt. Das Regenwasser von diesen Flächen speist nun ein Mulden--System mit Feuchtbiotop. Das bewässert Bäume, kühlt das Mikroklima und födert den Artenschutz. Das ist im urbanen Raum, die wächst und gedeiht.
Copyright der Fotos
© Helena Grebe, Stadt Mülheim an der Ruhr
© Ulrike Raasch/EGLV und Andrea Rickers/EGLV










