Gemeinsam haben die Stadt Dinslaken und die Zukunftsinitiative Klima.Werk an der Kreuzung Hünxer Straße/Gerhard-Malina-Straße eine Starkregen-Überflutungsfläche mit einem Rückhaltevolumen von rund 265 Kubikmetern geschaffen.
Die Überflutungsmulde in Dinslaken soll die Folgen von extremen Starkregenereignissen in Zukunft effektiv abmildern. Ein Beispiel, wie sich zukunftsfähige Klimafolgenanpassung Klimafolgenanpassung umfasst Maßnahmen, um die negativen Folgen des Klimawandels zu begrenzen und die Widerstandsfähigkeit von Mensch und Umwelt zu stärken. Dazu gehören zum Beispiel Hitzeschutz in Städten, wasserbewusste Stadtplanung oder der Umbau von Infrastrukturen gemäß des Schwammstadtprinzips. Mehr erfahren in bestehende Stadtstrukturen integrieren lässt.
265 Kubikmeter Regenwasser kann die Überflutungsfläche auffangen
Sie entlastet damit die nahegelegene Kreuzung …
… und das Kanalnetz
Schutz vor Wetterextremen
Überflutungsmulde hilft bei Starkregen
Der 30. Mai 2016 war für Dinslaken ein außergewöhnlicher Tag. An jenem Montag wurde die Stadt von einem extremen Starkregen Fällt in kurzer Zeit viel Regen, spricht man von "Starkregen". Mehr erfahren heimgesucht. Zu viel Wasser traf auf zu viel versiegelte Fläche – in der Folge waren das Abwassersystem heillos überlastet und Straßen überflutet. Das Fehlen von Überflutungsflächen hat sich besonders im Nordosten des Stadtzentrums bemerkbar gemacht. Dort hieß es an der Kreuzung Hünxer Straße/Gerhard-Malina-Straße „Land unter“.
Heute erinnert nichts mehr an diesen Tag im Mai 2016. Fast nichts: Im nördlichen Kreuzungsbereich, zwischen einem Supermarkt und den zusammenlaufenden Straßenzügen, schmiegt sich auf einer Fläche von rund 350 Quadratmetern ein mit Gras bewachsener Graben – genauer: eine Überflutungsmulde – in die Stadtlandschaft. Das ist die Antwort auf dieses Wetterereignis und soll den Verkehrsknotenpunkt, der für die Stadt so wichtig ist, in Zukunft vor solchen Extremen bewahren.
Überflutungsfläche nimmt 265 Kubikmeter Regenwasser auf
„Nach diesen Ereignissen waren Lösungen gefragt, die unsere Stadt in solchen Situationen schützt“, sagt Marcus Beck, Stadtplaner bei der Stadt Dinslaken und Stadtkoordinator der Zukunftsinitiative Klima.Werk Die Zukunftsinitiative Klima.Werk ist ein Bündnis aus Kommunen in der Emscher-Lippe-Region und von Emschergenossenschaft/Lippeverband. Mehr erfahren . „Und diese Lösung ist eine tieferliegende Überflutungsfläche direkt im Kreuzungsbereich, in der das Wasser auch versickern kann.“ 15 Stufen führen in die 2,45 Meter tiefe Mulde. Diese nimmt bis zu 265 Kubikmeter Wasser auf – und das notfalls in kürzester Zeit. Das hält den gesamten Kreuzungsbereich frei von Überflutungen. Vor den Baumaßnahmen wurde der Boden auf seine Versickerungsfähigkeit geprüft, anschließend die Regenmulde ausgehoben und entsprechend bepflanzt. Unsere Animation veranschaulicht das Fassungsvermögen:
Für 20-Jahr-Ereignisse gewappnet
„Auch bei einem extremen Starkregen, der statistisch gesehen alle 20 Jahre auftritt, können sich dort überschüssige Regenmengen sammeln“, so Beck weiter. Die Starkregenmulde hat aber noch einen weiteren positiven Effekt, denn sie dient nicht nur als Überflutungsfläche und Zwischenspeicher: Das Bauwerk leitet das Regenwasser nicht nur in die unterirdische Kanalisation Mit Kanalisation wird das System aus Rohren und Zusatzbauten beschrieben, die gesammeltes Schmutz- und/oder Regenwasser zu Kläranlagen oder direkt in Gewässer einleiten. Mehr erfahren , es lässt das aufgefangene Wasser auch in den Untergrund versickern. Beck: „Der vorausschauende Umgang mit Regenwasser ist auch für uns ein wichtiger Schritt, um die Folgen des Klimawandels zu mindern.“ Solche Retentionsräume sowie Verdunstungs- und Versickerungsflächen wirken sich positiv auf das Stadtklima aus. Verdunstendes Wasser etwa kühlt die direkte Umgebung. „Bauwerke wie die Regenmulde in Dinslaken sind damit ein elementarer Baustein bei der Umsetzung des Konzeptes einer Schwammstadt Die Schwammstadt ist ein Konzept der Stadtplanung: Die Stadt soll mit „Poren“ ausgestattet werden, die Regenwasser wie ein Schwamm aufsaugen, speichern und schließlich wieder abgeben. Mehr erfahren und ein wichtiger Beitrag für mehr Klimaresilienz Klimaresilienz beschreibt die Fähigkeit, die Folgen des menschengemachten Klimawandels abzumildern, sich anzupassen und sich von Extremwetter wie Hitze, Trockenheit und Starkregen schneller zu erholen. Mehr erfahren in städtischen Bereichen.“
Der vorausschauende Umgang mit Regenwasser ist auch für uns ein wichtiger Schritt, um die Folgen des Klimawandels zu mindern.
Marcus Beck
Stadtplaner bei der Stadt Dinslaken und Stadtkoordinator der Zukunftsinitiative Klima.Werk
Maßnahme gefördert mit 55.000 Euro
Der Bau der Anlage begann Ende Januar 2021. Die Fördersumme von 55.000 Euro stammt aus dem Ruhrkonferenz-Projekt „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ des Landes Nordrhein-Westfalen. Marcus Beck ist sich sicher, dass die Kreuzung Hünxer Straße / Gerhard-Malina-Straße in Dinslaken für vergleichbare Wetterextreme wie im Mai 2016 künftig sehr gut gerüstet ist.
Nicht nur Kommunen und Wasserwirtschaftsverbände müssen zum Schutz vor Starkregen zusammenarbeiten. Auch Bürger:innen können sich darauf vorbereiten, indem sie zum Beispiel über den EGLV FloodCheck immer informiert bleiben:
Das gemeinsame Ziel ist klar: eine lebenswerte, blau-grüne, klimarobuste Emscher-Lippe-Region. Die Zukunftsinitiative Klima.Werk hat mit ihren kommunalen Mitgliedern Arbeitsabläufe etabliert, die ein gemeinsames Handeln ermöglichen.
Bei der Umgestaltung der Wiesmannstraße im Gladbecker Süden schafften die Straßenplaner:innen nicht nur mehr Platz für den Radverkehr, sie ließen eine Stadtentwässerung als natürliche Klimaanlage im Bereich des Mittelstreifens mit Mulden und unterirdischen Rigolen Rigolen sind teil- oder vollständig unterirdisch angelegte Pufferspeicher, deren Zweck es ist, Regenwasser zu speichern oder zwischenzuspeichern, um es dann nach und nach versickern zu lassen. Mehr erfahren bauen.