Was ist Mulden-Rigolen-Versickerung?
Ein Beitrag zur sind Mulden, zu denen die Regenwasserabflüsse von befestigten Flächen wie zum Beispiel Terrassen, Einfahrten oder Dächern fließen können, um dann dort zu versickern. Bei der Mulden-- wird das Speichervolumen für Regenwasser erhöht, indem unter der Mulde eine Rigole (durchlässiger Speicherraum) verbaut wird. Der Niederschlag staut sich bei einer solchen Anlage weniger in der Mulde, sondern versickert schneller in den unterirdischen Speicher und von dort aus in den Untergrund.
Die Mulden-Rigolen-Versickerung ist ein wichtiger Baustein für die .
Die Vorteile im Überblick:
Mulden-Rigolen-Versickerung ist gut für …
Das Regenwasser von befestigten Flächen fließt zum Mulden-Rigolen-System: Das entlastet die Kanalisation. Der Wirkungsgrad von Mulden-Rigolen-Systemen ist dafür aufgrund der großen Zwischenspeicherkapazitäten besonders groß.
In den Mulden sammelt sich Regenwasser, das nach und nach versickert, aber zum Teil auch verdunstet – das sorgt für Kühlung und verbessert das Mikroklima. Bepflanzte Mulden bieten Insekten Nahrung und stärken so die Biodiversität.
Durch die Versickerung des Regenwassers wird die Neubildung von Grundwasser gestärkt.
Umsetzung und Kosten
Für eine Mulden-Rigolen-Versickerung muss ggf. eine Vertiefung auf dem Grundstück geschaffen werden. Die befestigten Flächen, von denen der Niederschlag zu der Anlage fließen soll, werden über offene Rinnen, Rohre, Kastenrinnen angeschlossen. Für das Anlegen einer Mulden-Rigolen-Versickerung musst du je nach Aufwand ca. 75 Euro (gering) bis 200 Euro (hoch) pro Quadratmeter abgekoppelter Fläche kalkulieren.
Der Aufwand ist gering, wenn die Maßnahme im Rahmen eines laufenden Bauvorhabens umgesetzt wird. Oder wenn es eine günstige Topografie gibt – mit keinem oder wenig Gefälle oder einem Gefälle zu Freiflächen und nicht zum Gebäude hin. Günstig ist auch, wenn der Entsorgungsaufwand für Bodenaushub gering ist, der Untergrund sich gut zur Versickerung eignet, die Fläche bisher nicht intensiv genutzt wird, die Zuleitungsstrecken kurz sind oder die Entwässerungsrichtung einfach veränderbar ist. Der Aufwand ist hoch, wenn diese Parameter sich entsprechend ändern.
Wichtige Hinweise
- Die Zuläufe zur Anlage (Rinnen etc.) müssen regelmäßig kontrolliert werden, ob diese nicht verstopft sind. Streumittel und wassergefährdende Stoffe dürfen auf den befestigten Flächen, die zum Mulden-Rigolen-System entwässern, nicht verwendet werden. Zusätzlich sollten die Zugänge zur Rigole regelmäßig (einmal im Quartal bis einmal im Jahr) auf Durchlässigkeit überprüft werden.
- Der Nachweis der Eignung des Bodens für die Versickerung muss erbracht sowie eine wasserrechtliche Erlaubnis gem. § 8 WHG eingeholt werden.
- Frag bei deiner Kommune nach, ob du dich vom Anschluss- und Benutzungszwang () befreien lassen kannst. Durch die Abkopplungsmaßnahme kannst du ggf. Abwassergebühren sparen.
Ausführliche Informationen findest du im Dokument „Standards für die Ausführung von baulichen Anlagen“ im Rahmen des Förderprojekts „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ (KRiS).
Mulden-Rigolen-Versickerung wird gefördert
Du setzt die Maßnahme in Eigenarbeit um oder beauftragst eine Fachfirma: das KRiS-Programm fördert beides. Grundsätzlich gilt: Es werden alle zur Umsetzung der Maßnahme notwendigen Kosten gefördert (Planung, Material, Bau etc.). Wenn du selbst Hand anlegst, werden nur die Materialkosten bezuschusst. Das Land NRW fördert 60 Prozent der Projekt-Kosten, in ihren Verbandsgebieten stocken Emschergenossenschaft und Lippeverband die Förderung für Private auf 90 Prozent und für Kommunen und Mitglieder auf 100 Prozent auf. Um eine Förderung zu erhalten, darf die Umsetzung der Maßnahme erst dann erfolgen, wenn eine Förderzusage vorliegt. Du setzt die Maßnahme in Eigenarbeit um oder beauftragst eine Fachfirma: Auch das Programm „Emscher-Lippe Klima.Anpassung“ (ELKA) fördert beides. 50 Euro pro Quadratmeter abgekoppelter Fläche, von der Regenwasser dann nicht mehr in die Kanalisation fließt, gibt es für Bauprojekte, die über ELKA gefördert werden. Bist du förderberechtigt?


Bauanleitung: Muldenversickerung
Du willst selbst werkeln?
Die Muldenversickerung ist eine effektive Form der Regenwasserversickerung, die du relativ einfach baulich selbst umsetzen kannst.
Weitere Informationen
Klimaförderung
Um unsere Region klimarobust zu machen, ist der Umbau nach dem Schwammstadt-Prinzip dringend notwendig. Die Maßnahmen zur kosten Geld – aber du musst die Kosten nicht allein tragen. Profitiere von Fördermitteln und trage zur Schwammstadt der Zukunft bei. Wir zeigen dir, welche Förderung die richtige für dich ist.
Struktur.Wandel
Unsere Städte wappnen für die Auswirkungen des Klimawandels – das ist das Ziel unseres Struktur.Wandels. Dafür sind konkrete bauliche Maßnahmen dringend notwendig. Was möglich ist, zeigen viele bereits umgesetzte Projekte aus der Emscher-Lippe-Region.
Rigolenversickerung
Ein Beitrag zur Schwammstadt sind Rigolen, zu denen die Regenwasserabflüsse von befestigten Flächen wie Plätzen, Einfahrten oder Dächern fließen können, um dort zu versickern. Bei einer Rigole handelt es sich um einen unterirdischen Speicherkörper aus Kies oder Kunststoff, in dem das Regenwasser zwischengespeichert wird und nach und nach in den Untergrund versickert.



