Oer-Erkenschwick stärkt Klimaresilienz

Pressemitteilung vom 01.04.2026

Rat der Stadt beschließt "Gestaltungraum Innenstadt". Regenwasser soll nicht mehr in die Kanalisation fließen

Oer-Erkenschwick. Ob Starkregenereignisse oder Temperaturen jenseits der 40 Grad im Sommer: Die Auswirkungen des Klimawandels treffen unsere Lebensqualität und Gesundheit.. Die Stadt Oer-Erkenschwick setzt deshalb auf Klimaanpassung. 2026 kommt mit dem NRW-Programm „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ (KRiS) ein weiteres Instrument hinzu. Mit der Zukunftsinitiative Klima.Werk, dem Lippeverband sowie Bürger*innen möchte die Stadt damit Klimaanpassung an Gebäuden und Grundstücken umsetzen.

„Der Klimawandel ist längst Realität. Mit der Zukunftsinitiative Klima.Werk und dem Lippeverband gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt, um unsere Stadt widerstandsfähiger zu machen und die Lebensqualität in Oer-Erkenschwick langfristig zu sichern“, sagt Bürgermeister Shoaiub Nazir.

Hierzu hat die Stadt einen Gestaltungsraum festgelegt, in dem Maßnahmen des KRiS-Programms sowie die damit verbundenen Anforderungen umgesetzt und dessen Auswirkungen gemessen werden können. Eigentümerinnen und Eigentümer im definierte Gestaltungsraum können von einer Förderung im Rahmen des KRiS-Programms profitieren und so ihre Immobilien und Grundstücke nachhaltig und klimaresilient umgestalten.

Gefördert werden vom NRW-Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr und vom Lippeverband über KRiS etwa Flächenentsiegelungen, wenn Einfahrten oder Parkplätze mit wasserdurchlässigen Belägen gestaltet werden, Dach- und Fassadenbegrünungen sowie Baumrigolen und Versickerungsflächen in Gärten und Vorgärten. „Ziel ist die Abkopplung von Regenwasser, also die Ableitung von Niederschlägen weg von der Kanalisation hin zu Versickerung und Nutzung vor Ort, um die Stadt Oer-Erkenschwick bei Starkregen zu entlasten, Hitze zu mindern und sie widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels zu machen“, erklärt Shoaiub Nazir.

Mehr als 89.000 m² sollen entsiegelt werden

Die Fläche des „Gestaltungsraums Innenstadt“ misst fast einen halben Quadratkilometer und wurde vom Rat der Stadt bereits einstimmig beschlossen. Ziel der Stadt ist es, 31,5 Prozent der versiegelten Fläche im Gestaltungsraum zu entsiegeln und damit von der Mischwasserkanalisation abzukoppeln. Das entspricht mehr als 89.000 m².  

Bürgerumfrage zu klimaangepassten Maßnahmen

Die Stadt möchte die Bürgerinnen und Bürger aktiv in den Prozess der Klimaanpassung einbinden. „Klimaanpassung funktioniert dann gut, wenn sie gemeinsam gestaltet wird. Unsere Aufgabe ist es, zu informieren und zu beraten. Deshalb haben wir vor Kurzem eine Umfrage gestartet. Wir möchten wissen, welche Maßnahmen den Bürgerinnen und Bürgern wichtig sind und welche Möglichkeiten sie bei ihren eigenen Immobilien sehen“, so der Bürgermeister. Die Umfrage kann hier abgerufen werden

Informations- und Dialogformate geplant

Darüber hinaus plant die Stadt, die Bürgerinnen und Bürger bei Ortsteilrundgängen durch den Gestaltungsraum sowie bei weiteren Veranstaltungen zu informieren. Interessierte können dabei direkt vor Ort Fragen stellen und konkrete Beispiele kennenlernen. Die Termine werden rechtzeitig vor den Veranstaltungen bekannt gegeben. Wer sich schon vorab informieren möchte, findet weitere Informationen online beim Klima.Werk (www.klima-werk.de) sowie beim Anpassungsmanagement der Stadt Oer-Erkenschwick.

Die Emschergenossenschaft

 

Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) sind öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen, die als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip leben. Die Aufgaben der 1899 gegründeten Emschergenossenschaft sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz. Der 1926 gegründete Lippeverband bewirtschaftet das Flusseinzugsgebiet der Lippe im nördlichen Ruhrgebiet und baute unter anderem den Lippe-Zufluss Seseke naturnah um. Gemeinsam haben Emschergenossenschaft und Lippeverband rund 2.000 Beschäftigte und sind Deutschlands größter Abwasserentsorger und Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken (rund 782 Kilometer Wasserläufe, rund 1533 Kilometer Abwasserkanäle, mehr als 500 Pumpwerke und 59 Kläranlagen). www.eglv.de

 

Die Zukunftsinitiative Klima.Werk

In der Zukunftsinitiative Klima.Werk arbeiten Emschergenossenschaft und Lippeverband gemeinsam mit Städten der Emscher-Lippe-Region an einer wasserbewussten Stadt- und Raumentwicklung, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität in den Quartieren zu steigern. Der blau-grüne Umbau startete 2005 mit der Zukunftsvereinbarung Regenwasser (ZVR) von Emschergenossenschaft, Emscher-Kommunen und dem Land NRW und entwickelte sich 2014 zur Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ weiter, jetzt Zukunftsinitiative Klima.Werk.