Hintergrund Grafik - Klima.Werk

Gieß­kan­nen­held:in­nen: mitmachen erwünscht 

Gemeinsam durstige Stadtbäume retten

Warum es so wichtig ist, Straßenbäume zu gießen? Stadtbäume sind von zentraler Bedeutung für uns, weil sie ein gutes Mikroklima schaffen: Bäume spenden Schatten, kühlen die Umgebung, filtern Schadstoffe aus der Luft und geben Sauerstoff ab. In Essen ist das Projekt Gießkannenheld:innen entstanden. Die Zukunftsinitiative Klima.Werk hilft dabei, das es wächst. Du kannst auch in deiner Stadt gießen!

Zwei Erwachsene Menschen und zwei Kinder stehen an einem Baum und giessen diesen.

Klimawandel und seine Folgen für Stadtbäume

Der ist auch im Ruhrgebiet real: Trockenheiße Sommer wechseln mit Starkregenereignissen und Stürmen. Vor allem alte, große Bäume kommen mit längeren Zeiten von und Trockenheit nicht zurecht. Schaffen es die Wurzeln nicht mehr, genügend Wasser aufzunehmen, wird der Baum schwach und wirft als eigene Rettungsaktion seine Blätter ab. Das hat fatale Folgen: Ohne Blätter wird er anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Sterben alte Bäume ab, gibt es auf die Schnelle keinen gleichwertigen Ersatz.

Bewässerung ist die einzige Möglichkeit, bereits geschwächte Bäume zu erhalten. Gleichzeitig erhöht sie die Resilienz gesunder Bäume gegenüber und Krankheiten. Deshalb sind unsere alten Stadtbäume besonders in trockenen Sommern darauf angewiesen, gegossen zu werden. Hierfür reichen städtische Kapazitäten allein aber nicht aus, weder personell noch finanziell. Engagierte Bürger und Bürgerinnen müssen mithelfen!

Wie das Essener Projekt entstanden ist

Das Projekt „Gießkannenheld:innen“ wurde von der Ehrenamt Agentur Essen zusammen mit den Initiativen „Gemeinsam für Stadtwandel“ und „Runder UmweltTisch Essen (RUTE)“ entwickelt und angestoßen.

Unterstützt wird das Projekt von vielen Partner:innen, Förderer:innen und Unterstützer:innen – wie der Emschergenossenschaft mit der Zukunftsinitiative Klima.Werk sowie dem Land Nordrhein-Westfalen vertreten durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr (MUNV).

Jede:r kann mitmachen und wird mit Gießmaterial unterstützt – die ehrenamtliche Resonanz ist beachtlich.

 

Platzschenker:innen erhalten kostenlos einen Tank, in dem Regenwasser vom Fallrohr der Dachrinne zum Gießen gesammelt wird. Die Wassertanks wurden durch KRiS-Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.

Das Modell der Essener Gießkannenheld:innen dient als gutes „Klima-Mitmach-Beispiel“ auch für andere Städte.

Gießkannenheld:innen

Gemeinsam für ein Ziel – Stadtbäume retten

Die Ehrenamt Agentur Essen startete 2021 gemeinsam mit dem „Runden UmweltTisch Essen“ und der Initiative „Gemeinsam für Stadtwandel“ das Projekt Gießkannenheld:innen - unterstützt durch viele Kooperationspartner, wie die Emschergenossenschaft mit der . Das Projekt erfährt seitdem großen Zuspruch von Bürger:innen mit städteübergreifender Resonanz.

Das Konzept: Bürger und Bürgerinnen ermutigen, und Straßenbäume vor der eigenen Haustür oder im Wohnumfeld zu gießen. Das wird so leicht wie irgend möglich gemacht: Bei ihrem Engagement werden die Ehrenamtlichen tatkräftig unterstützt: Gießkannenheld:innen erhalten kostenlos Gießkannen, Bewässerungssäcke, Schläuche, Speißfässer oder Wassertanks – also alles, was zum Gießen benötigt wird.

Wir machen sehr gerne mit der ganzen Familie bei dem Gießkannenheld:innen-Projekt mit, weil wir wissen, dass unsere Stadt und Straßenbäume ganz viel Wasser brauchen. Wir haben jetzt schon zwei Tonnen hier stehen, sammeln darin unser Dachablaufwasser und gießen damit die Bäume auf unserer Straße. Macht alle mit!

Herr Weidtmann

Gießkannenheld in Essen

Wassertanks

Regenwasser als Durstlöscher nutzen

Um den natürlichen zu stärken und die zu entlasten wird Regenwasser genutzt. Deshalb erhalten alle, die ausreichend Platz am Haus haben (Platzschenker:innen) – z. B. im Vorgarten, auf dem Gelände eines Vereinsheims, einer Firma oder einer Kita – einen kostenlosen 1.000-Liter-Wassertank, inklusive Wasserhahn.

Die Kosten für die Anschaffung der Wassertanks werden mit Fördermitteln finanziert. Voraussetzung: Der Tank muss in unmittelbarer Nähe zum Regenfallrohr aufgestellt werden.

Das Projekt wurde von Essens Bürgern und Bürgerinnen so gut angenommen, dass bereits nach einem Jahr Projektlaufzeit 350 solcher Wassertanks von ca. 306 Ehrenamtlichen betreut wurden.

Vier ältere Menschen stehen vor einer Vorrichtung die zum Abzapfen von Wasser zum giessen genutzt wird. Vier ältere Menschen stehen vor einer Vorrichtung die zum Abzapfen von Wasser zum giessen genutzt wird.

Emscher-Lippe-Region: Nach- und Mitmachen ausdrücklich erwünscht!

Der Zuspruch von Zivilgesellschaft und Politik in Essen ist groß und die gute Idee hat Früchte getragen: In einigen Städten haben sich engagierte Akteur:innen das Projekt zum Vorbild genommen. Das Gießkannenheld:innen-​Projekt aus Essen auf andere Kommunen in der Emscher-Lippe-Region und darüber hinaus auszuweiten, ist erklärtes Ziel der Zukunftsinitiative Klima.Werk und von Emschergenossenschaft/Lippeverband zusammen mit dem Essener Initiatorenteam: Gemeinsam stehen wir anderen Städten wegbereitend und unterstützend mit Wissen, Vermittlung von Ansprechpartner:innen und Fördermitteln zur Seite. Über unsere Förderung Emscher-Lippe Klima.Anpassung (ELKA) bezuschussen wir zum Beispiel die Anschaffung von Regenwassertanks. Link zur ELKA-Seite: Fördergeld für Abkopplung und Starkregen-Resilienz 

Info

Infos zum Projekt Gießkannenheld:innen und zum Unterstützungsangebot durch die Zukunftsinitiative Klima.Werk gibt es auch gerne im direkten Kontakt: hallo@klima-werk.de

In diesen Städten in der Emscher-Lippe-Region sind Gießkannenheld:innen aktiv: 

Essen: Gießkannenheld:innen » Ehrenamt Agentur Essen 

Gelsenkirchen: Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen e.V. 

Castrop-Rauxel: Giesskannenheld:innen – Klimabündnis Castrop-Rauxel 

Bottrop: Gemeinsam Stadtbäume retten - eglv 

Witten: Klima-Allianz Witten - Gemeinsam in eine klimagerechte Zukunft! 

Soest: Gießkannenheld:in - mitWIRken in Soest 

Bochum: Detail | Bochumer Ehrenamtsagentur e.V. 

Herten: Wassertank speichert Niederschlag von Dachflächen - eglv 

Gladbeck: Giesskannenhelden | Stadt Gladbeck 

 

  • 2021

    In diesem Jahr ist das Modell der Gießkannenheld:innen in Essen gestartet.

  • 1.000

    Liter Regenwasser zum Gießen wird in einem Wassertank gesammelt.

  • 1,20

    x 1,20 Meter: So viel Platz benötigt ein Wassertank.

  • 350

    So viele Tanks sind 2022 in ganz Essen im Einsatz.

  • 2.000

    Tanks sind als stadtweites Netz in Essen das Ziel.

Aktiv werden & Bäume retten

Bäume gießen – für ein gutes Stadtklima!

Wer sich auch fürs Klima engagieren und ein:e Gießkannenheld:in in Essen werden möchte, kann sich online dafür registrieren.

Jetzt engagieren

 

Gieß-Tipps

Bäume richtig bewässern: Wie oft und wieviel? Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) erklärt, worauf es ankommt. 

Bäume gießen - so gehts

Weitere Informationen

Eine Gruppe Schüler:innen gießt einen Baum mit lila Gießkannen.

Gießkannenheld:innen

Schwammstadt.Baustein Nr. 13

Stadtbäume sind von zentraler Bedeutung für uns, weil sie ein gutes Mikroklima schaffen: Bäume spenden Schatten, kühlen die Umgebung, filtern Schadstoffe aus der Luft und geben Sauerstoff ab. Helfen wir unseren Straßenbäumen, helfen wir uns und unserem Klima.

Zu den Gießkannenheld:innen

Regenwasser fließt von einem Fallrohr an der Wand in ein altes Holzfass, im Hintergrund ein üppiger Garten.

Regenwassernutzung in der Stadt

Es kommt gratis von oben und ist äußerst kostbar: Regenwasser hat im Gully nichts zu suchen. Wir sollten diese wichtige Ressource auffangen, bewahren und nachhaltig verwenden. Alle können Klima.Aktiv werden, ob in kleinen oder in großen Schritten. Denn Regenwasser hilft uns, die Folgen des Klimawandels zu bewältigen.

Zum Rat.Geber

Frau liegt auf einer Bank vor einem See

Stadt.Wasser

Klimaanpassung durch wasserbewusstes Handeln

Es reicht nicht mehr, allein die Ursachen des Klimawandels zu bekämpfen. Genauso wichtig ist es, etwas gegen die Symptome zu tun. Dafür ist eine wasserbewusste Stadtentwicklung erforderlich.

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Bild im Text: Hendrik Rathmann