Klimawandel und seine Folgen für Stadtbäume
Der ist auch im Ruhrgebiet real: Trockenheiße Sommer wechseln mit Starkregenereignissen und Stürmen. Vor allem alte, große Bäume kommen mit längeren Zeiten von und Trockenheit nicht zurecht. Schaffen es die Wurzeln nicht mehr, genügend Wasser aufzunehmen, wird der Baum schwach und wirft als eigene Rettungsaktion seine Blätter ab. Das hat fatale Folgen: Ohne Blätter wird er anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Sterben alte Bäume ab, gibt es auf die Schnelle keinen gleichwertigen Ersatz.
Bewässerung ist die einzige Möglichkeit, bereits geschwächte Bäume zu erhalten. Gleichzeitig erhöht sie die Resilienz gesunder Bäume gegenüber und Krankheiten. Deshalb sind unsere alten Stadtbäume besonders in trockenen Sommern darauf angewiesen, gegossen zu werden. Hierfür reichen städtische Kapazitäten allein aber nicht aus, weder personell noch finanziell. Engagierte Bürger und Bürgerinnen müssen mithelfen!
Wie das Essener Projekt entstanden ist
Das Projekt „Gießkannenheld:innen“ wurde von der Ehrenamt Agentur Essen zusammen mit den Initiativen „Gemeinsam für Stadtwandel“ und „Runder UmweltTisch Essen (RUTE)“ entwickelt und angestoßen.
Unterstützt wird das Projekt von vielen Partner:innen, Förderer:innen und Unterstützer:innen – wie der Emschergenossenschaft mit der Zukunftsinitiative Klima.Werk sowie dem Land Nordrhein-Westfalen vertreten durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr (MUNV).
Jede:r kann mitmachen und wird mit Gießmaterial unterstützt – die ehrenamtliche Resonanz ist beachtlich.
Platzschenker:innen erhalten kostenlos einen Tank, in dem Regenwasser vom Fallrohr der Dachrinne zum Gießen gesammelt wird. Die Wassertanks wurden durch KRiS-Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.
Das Modell der Essener Gießkannenheld:innen dient als gutes „Klima-Mitmach-Beispiel“ auch für andere Städte.
Gießkannenheld:innen
Gemeinsam für ein Ziel – Stadtbäume retten
Die Ehrenamt Agentur Essen startete 2021 gemeinsam mit dem „Runden UmweltTisch Essen“ und der Initiative „Gemeinsam für Stadtwandel“ das Projekt Gießkannenheld:innen - unterstützt durch viele Kooperationspartner, wie die Emschergenossenschaft mit der . Das Projekt erfährt seitdem großen Zuspruch von Bürger:innen mit städteübergreifender Resonanz.
Das Konzept: Bürger und Bürgerinnen ermutigen, und Straßenbäume vor der eigenen Haustür oder im Wohnumfeld zu gießen. Das wird so leicht wie irgend möglich gemacht: Bei ihrem Engagement werden die Ehrenamtlichen tatkräftig unterstützt: Gießkannenheld:innen erhalten kostenlos Gießkannen, Bewässerungssäcke, Schläuche, Speißfässer oder Wassertanks – also alles, was zum Gießen benötigt wird.
Wir machen sehr gerne mit der ganzen Familie bei dem Gießkannenheld:innen-Projekt mit, weil wir wissen, dass unsere Stadt und Straßenbäume ganz viel Wasser brauchen. Wir haben jetzt schon zwei Tonnen hier stehen, sammeln darin unser Dachablaufwasser und gießen damit die Bäume auf unserer Straße. Macht alle mit!Herr Weidtmann
Gießkannenheld in Essen
Wassertanks
Regenwasser als Durstlöscher nutzen
Um den natürlichen zu stärken und die zu entlasten wird Regenwasser genutzt. Deshalb erhalten alle, die ausreichend Platz am Haus haben (Platzschenker:innen) – z. B. im Vorgarten, auf dem Gelände eines Vereinsheims, einer Firma oder einer Kita – einen kostenlosen 1.000-Liter-Wassertank, inklusive Wasserhahn.
Die Kosten für die Anschaffung der Wassertanks werden mit Fördermitteln finanziert. Voraussetzung: Der Tank muss in unmittelbarer Nähe zum Regenfallrohr aufgestellt werden.
Das Projekt wurde von Essens Bürgern und Bürgerinnen so gut angenommen, dass bereits nach einem Jahr Projektlaufzeit 350 solcher Wassertanks von ca. 306 Ehrenamtlichen betreut wurden.


Emscher-Lippe-Region: Nach- und Mitmachen ausdrücklich erwünscht!
Der Zuspruch von Zivilgesellschaft und Politik in Essen ist groß und die gute Idee hat Früchte getragen: In einigen Städten haben sich engagierte Akteur:innen das Projekt zum Vorbild genommen. Das Gießkannenheld:innen-Projekt aus Essen auf andere Kommunen in der Emscher-Lippe-Region und darüber hinaus auszuweiten, ist erklärtes Ziel der Zukunftsinitiative Klima.Werk und von Emschergenossenschaft/Lippeverband zusammen mit dem Essener Initiatorenteam: Gemeinsam stehen wir anderen Städten wegbereitend und unterstützend mit Wissen, Vermittlung von Ansprechpartner:innen und Fördermitteln zur Seite. Über unsere Förderung Emscher-Lippe Klima.Anpassung (ELKA) bezuschussen wir zum Beispiel die Anschaffung von Regenwassertanks. Link zur ELKA-Seite: Fördergeld für Abkopplung und Starkregen-Resilienz
Info
Infos zum Projekt Gießkannenheld:innen und zum Unterstützungsangebot durch die Zukunftsinitiative Klima.Werk gibt es auch gerne im direkten Kontakt: hallo@klima-werk.de
In diesen Städten in der Emscher-Lippe-Region sind Gießkannenheld:innen aktiv:
Essen: Gießkannenheld:innen » Ehrenamt Agentur Essen
Gelsenkirchen: Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen e.V.
Castrop-Rauxel: Giesskannenheld:innen – Klimabündnis Castrop-Rauxel
Bottrop: Gemeinsam Stadtbäume retten - eglv
Witten: Klima-Allianz Witten - Gemeinsam in eine klimagerechte Zukunft!
Soest: Gießkannenheld:in - mitWIRken in Soest
Bochum: Detail | Bochumer Ehrenamtsagentur e.V.
Herten: Wassertank speichert Niederschlag von Dachflächen - eglv
Gladbeck: Giesskannenhelden | Stadt Gladbeck
- 2021
In diesem Jahr ist das Modell der Gießkannenheld:innen in Essen gestartet.
- 1.000
Liter Regenwasser zum Gießen wird in einem Wassertank gesammelt.
- 1,20
x 1,20 Meter: So viel Platz benötigt ein Wassertank.
- 350
So viele Tanks sind 2022 in ganz Essen im Einsatz.
- 2.000
Tanks sind als stadtweites Netz in Essen das Ziel.
Aktiv werden & Bäume retten
Bäume gießen – für ein gutes Stadtklima!
Wer sich auch fürs Klima engagieren und ein:e Gießkannenheld:in in Essen werden möchte, kann sich online dafür registrieren.
Gieß-Tipps
Bäume richtig bewässern: Wie oft und wieviel? Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) erklärt, worauf es ankommt.
Weitere Informationen
Gießkannenheld:innen
Schwammstadt.Baustein Nr. 13
Stadtbäume sind von zentraler Bedeutung für uns, weil sie ein gutes Mikroklima schaffen: Bäume spenden Schatten, kühlen die Umgebung, filtern Schadstoffe aus der Luft und geben Sauerstoff ab. Helfen wir unseren Straßenbäumen, helfen wir uns und unserem Klima.
Regenwassernutzung in der Stadt
Es kommt gratis von oben und ist äußerst kostbar: Regenwasser hat im Gully nichts zu suchen. Wir sollten diese wichtige Ressource auffangen, bewahren und nachhaltig verwenden. Alle können Klima.Aktiv werden, ob in kleinen oder in großen Schritten. Denn Regenwasser hilft uns, die Folgen des Klimawandels zu bewältigen.
Stadt.Wasser
Klimaanpassung durch wasserbewusstes Handeln
Es reicht nicht mehr, allein die Ursachen des Klimawandels zu bekämpfen. Genauso wichtig ist es, etwas gegen die Symptome zu tun. Dafür ist eine wasserbewusste Stadtentwicklung erforderlich.
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Header: Sven Lorenz/Ehrenamtagentur Essen
Bild im Text: Hendrik Rathmann



