Artenreichtum nimmt immer mehr ab
Vormals strukturreiche und vielfältige Landschaften wandelten sich zu monotonen und ausgeräumten Landschaften. Wo kleinräumige Mosaike aus verschiedenen Lebensräumen sich so entwickeln, verschwinden auch die Pflanzen und Tiere, die sie vormals bewohnten. Wir alle können und müssen etwas dagegen tun – jeder noch so kleine Beitrag hilft.
Summende Bienen, duftender Lavendel, farbenfrohe Schmetterlinge: Die Natur bietet so viel Schönheit, an der wir uns erfreuen können. Anstatt Insekten, Pflanzen und Co. den Teppich auszubreiten, sorgt der Mensch jedoch dafür, dass sie mehr und mehr verschwinden. Der Artenreichtum von Tieren und Pflanzen nimmt stetig ab.
Die (Vor-)Gärten beispielsweise sind immer weniger naturnah gestaltet – es dominieren Rasen, intensiv gepflegte Einheitshecken und Schottergärten statt Blumenwiesen und unterschiedlichen heimischen Gehölzen.
Weniger Biodiversität
Die ist weltweit rückläufig – das hat Auswirkungen auf unsere Natur und unsere Tierwelt. Einige wichtige Gründe für den Rückgang. Das Klima verändert sich – der schreitet voran:
- Tiere und Pflanzen sind durch häufigere Dürren und Fluten mehr Stress ausgesetzt, so dass ihre Vitalität beeinträchtigt wird und ihre Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge sowie die Mortalität steigt
- Wälder sterben durch , Krankheiten und Schädlinge
- Durch die Veränderung ihrer Lebensräume sind diese teils nicht mehr für die einheimischen Arten geeignet
Die intensive Nutzung der Natur und ihrer Ressourcen sowie die Inanspruchnahme von Flächen verändert Lebensräume temporär und dauerhaft z. B.:
- Natürliche Ökosysteme weichen für die Landwirtschaft
- Wichtige Lebensräume, landwirtschaftliche und unversiegelte Flächen werden umgestaltet zu Bauland
Natürliche und naturnahe Lebensräume werden seltener und werden durch die Zersiedelung der Landschaft und Flächeninanspruchnahme immer weiter isoliert und fragmentiert. Dies trifft insbesondere auf Gewässerlebensräume zu. So sind nur ca. 5-8 % der Fließgewässer in NRW noch naturnah. Nährstoffarme Lebensräume werden durch Nährstoffeinträge aus Landwirtschaft, Abwässern und Luft bedroht. Nicht-einheimische Arten breiten sich aus, bringen neue Krankheiten mit – und nehmen teilweise den Platz einheimischer Arten ein.
Arbeitshilfe Biodiversität
Die „Arbeitshilfe Biodiversität“ richtet sich an Planer:innen von wasserbezogener in städtischen Verwaltungen (Stadtentwässerung, Stadtentwicklung, Straßenplanung etc.), der Immobilienwirtschaft oder anderen Bereichen.
Info
Warum Biodiversität so wichtig für uns ist: Die natürlichen Lebensräume und Arten sind unsere Lebensgrundlage. Sie versorgen uns Menschen mit Nahrung und Trinkwasser, liefern Grundstoffe für Kleidung und Medizin und regulieren das Klima.
Mehr Artenvielfalt: Tipps
Klimaschutz durch Erhaltung der Biodiversität in der Stadt
Wer heimische und insektenfreundliche Stauden, Büsche und Bäume pflanzt, unterstützt aktiv den Natur- und Artenschutz. Das kann auf dem Balkon, der Fensterbank oder im Garten geschehen. Denn Grün ist immer besser als Beton, Kunststoff oder andere naturfremde Materialien: Jede noch so kleine Fläche – wie beispielsweise das Dach vom Geräteschuppen, der Vorsprung am Haus oder Mauerwerk – können genutzt werden. Sei es für Begrünung oder als Unterschlupf für Spinnen, Bienen und andere Insekten oder Kleintiere. Nistkästen und Nisthilfen für Insekten, Vögel und Fledermäuse können nahezu überall angebracht werden.
Umweltbewusste Gärtner:innen legen sich zudem einen Komposthaufen an – ein ideales Mittel, um den Boden zu verbessern. Gehölzschnitt kann zu einer Totholzhecke (Benjeshecke) aufgeschichtet werden. Die Hecken können zur Abgrenzung der Grundstücke genutzt und der Gehölzschnitt kann ohne Aufwand entsorgt werden. Mit wenig Aufwand lassen sich auch Brutplätze und Unterschlüpfe für Kohlmeisen, Fledermäuse und andere Tiere und Vögel schaffen. Da sie in ihrer natürlichen Umgebung immer weniger Unterkünfte finden, können wir Nist- und Brutkästen, Igelhäuser, Totholz- und Blätterhaufen und viele andere Plätze bereitstellen.
Viele Einzelmaßnahmen stärken die Biodiversität in der Stadtnatur!
- Niststellen und Unterkünfte für Tiere, Vögel und Insekten anlegen
- Wildblumenwiesen anlegen
- Bäume pflanzen
- Fassaden und Dächer begrünen
- Gärten kleinteilig mit heimischen Pflanzen gestalten
- Sandlinsen und Trockenmauern z.B. für Wildbienen anlegen
- Wasserstellen bereitstellen
- Natürlichen stärken z. B. durch Versickerungsmulden und (von Wegen)
- Komposthaufen anlegen
- Totholz und Falllaub an einer Ecke im Garten belassen oder andere Versteck- und Unterschlupfmöglichkeiten schaffen
- An Mitmachaktionen für Bildungsprojekte oder Gewässer teilnehmen


Biotope für Häuser & Wohnungen
Als Mieter:in machtlos?
Irrtum! Es gibt ganz sicher viele Vermieter:innen, die für ökologisch sinnvolle Grünprojekte offene Ohren haben. Warum sie nicht darauf ansprechen und von den Vorteilen überzeugen? Eine Wildblumenwiese am Hauseingang sieht viel ansprechender aus als ein eintöniger Rasen, der für viel Geld regelmäßig gemäht werden muss. Naturnah gemischte Hecken mit heimischen Gehölzen bieten vielfältige Blühaspekte, Nahrungs- und Versteckmöglichkeiten für Tiere. Ein einmaliger Schnitt im Winter erhält diesen Lebensraum zudem (Achtung: Schneiden nur außerhalb der Brutzeit von Anfang Oktober bis Ende Februar).
Vermieter:innen können Geld und Aufwand sparen – und dabei werten sie auch noch ihre Immobilie auf. Neben Balkonen und Hauseingängen gibt es jede Menge Möglichkeiten: Denn von Biodiversität haben wir alle etwas.
Und das Beste: Viele Maßnahmen werden auch noch gefördert.
Klima.Förderung
Egal ob Miete, Eigentum, Unternehmen oder Verein: Wer mehr Biodiversität rund um seine Immobilie schaffen möchte, kann sich viele Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung fördern lassen.
Weitere Informationen
Rat.Geber Begrünung
Warum Stadt.Grün wichtig ist
In unseren Städten dominiert leider immer noch das Grau. Das muss sich ändern. Nur durch mehr schaffen wir eine lebenswerte Umgebung und passen uns den Folgen des Klimawandels an.
Teller.Rand: Streetologe im Ruhrgebiet
Unterwegs mit Pim van den Berg
Pim van den Berg ist Streetologe und definiert als solcher die „DNA“ von Städten. Auch im Ruhrgebiet war er schon unterwegs. Seine Erkenntnisse hat er mit uns geteilt.
Baumrigolen im Ruhrgebiet
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Bäume tragen zu einem guten Stadtklima bei und sorgen im urbanen Umfeld für optimale Entlastung. Für die Bewässerung von Stadtbäumen in Trockenzeiten sind da.
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Matthias Hower/EGLV



