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Schwammstadt: Eine Region öffnet ihre Poren 

Das Schwammstadt-Prinzip

Das Schwammstadt-Prinzip nutzt Regenwasser, statt es abzuleiten. Begrünte Dächer, unterirdische Speicherkörper oder entsiegelte Flächen sammeln Niederschläge, lassen sie versickern und geben sie bei Trockenheit wieder ab. So bleibt Wasser im natürlichen Kreislauf, kühlt die Stadt und schützt vor Überflutungen.

Mann und Baby auf begrüntem Dach

Von der Kanalisation zum natürlichen Kreislauf

Bisher gilt: Regenwasser fließt über in die , wird mit vermischt und in Kläranlagen gereinigt. Die wertvolle Ressource geht dem natürlichen verloren. Bei können die Kanäle überlastet sein – Überflutungen drohen.

Die funktioniert anders: Regenwasser wird vor Ort gespeichert, versickert ins oder verdunstet. Parks, begrünte Dächer und Fassaden, Mulden, unterirdische Speicherkörper und Flächen nehmen das Wasser auf – wie ein Schwamm. Bei Trockenheit geben sie es wieder ab und kühlen so die Stadt und versorgen Pflanzen mit Wasser.

Warum brauchen wir die Schwammstadt?

Klimawandel fordert neue Lösungen

Häufigere Starkregenereignisse, längere Dürren, steigende Temperaturen – besonders dicht bebaute Städte leiden unter den Folgen. Versiegelte Flächen verhindern und heizen sich auf. Die Kanalisation kann extreme Wetterereignisse nicht unbegrenzt bewältigen.

Die Schwammstadt bietet Lösungen

Schutz vor Überflutung

Regenwasser wird zurückgehalten und entlastet die Kanalisation

Kühlung bei Hitze

Verdunstung und Schatten senken Temperaturen

Grundwasserschutz

Versickerung stärkt die Wasserversorgung und Neubildung

Mehr Lebensqualität

Grüne, kühle Quartiere mit hoher Aufenthaltsqualität

Biodiversität

Lebensräume für Pflanzen und Tiere

Wie wird die Schwammstadt erreicht?

Gemeinsam für klimaresiliente Städte: Die setzt das Schwammstadt-Prinzip in der Emscher-Lippe-Region um. Bis 2040 sollen blau-grüne Maßnahmen die minimieren.

Wer arbeitet zusammen?

Wasserwirtschaftsverbände

(Emschergenossenschaft, Lippeverband) – planen, unterstützen, fördern und realisieren Infrastrukturprojekte

Kommunen

Integrieren das Prinzip der Schwammstadt in Stadtplanung und Flächennutzung und bauen eigene Flächen entsprechend um

Unternehmen

Entsiegeln Parkplätze, begrünen Dächer und Fassaden

Bürger:innen 

Gestalten Vorgärten, nutzen Regenwasser, schaffen Grünflächen

Erfolg braucht Kooperation

Stadtplanung, Wasserwirtschaft, Grünflächenmanagement und Eigentümer:innen müssen Hand in Hand arbeiten.

Maßnahmen für die Schwammstadt 

Diese Bausteine machen Städte klimafest

Infografik zum Konzept Schwammstadt

Baumrigolen

Baumrigolen speichern Regenwasser im Boden unter dem Baum und versorgen ihn in Trockenzeiten mit Flüssigkeit. Die Bäume werden durch diese Art der Bewässerung widerstandsfähiger und gesünder, spenden mehr Schatten und Verdunstungskühle.

Photosynthese

Begrünung auf und an Gebäuden hat eine vielfach positive Wirkung für städtischen Wohn- und Arbeitsraum: Neben der ästhetischen Aufwertung sorgt sie, mit verhältnismäßig wenig Platzbedarf und relativ einfachen Mitteln, durch Luftkühlung und -filterung – also Photosynthese – für ein besseres Stadtklima.

Dach- & Fassadenbegrünung

Gründächer speichern Regenwasser, was dann nicht mehr in die Kanalisation abfließt. Fassadenbegrünungen können zudem so konzipiert werden, dass zur Bewässerung von den Dachflächen aufgefangenes Regenwasser genutzt wird. Hausbegrünung kann schalldämmend wirken und den Energieverbrauch von Gebäuden senken.

Entsieglung von befestigten Flächen

Parkplätze, Schottergärten oder andere Grundstücksflächen im privaten und öffentlichen Raum zu entsiegeln, ist eine wirksame Maßnahme für die Schwammstadt. Wo die Oberflächen-Versiegelung aufgebrochen ist (zum Beispiel bei der Verwendung von Rasengittersteinen) kann Regenwasser im Boden versickern und den Grundwasserkörper stärken.

Maßnahmen zur ortsnahen Regenwasserbewirtschaftung

Durch den Bau von ober- und unterirdischen Versickerungsanlagen wie Flächen-, Mulden-, Rigolen- oder Beckenversickerung kann der natürliche Wasserkreislauf gestärkt werden. Regenwasser fließt nicht in die Kanalisation, sondern kann versickern und wird ortsnah zurückgehalten, was eine Nutzung des Regenwassers zum Gießen ermöglicht.

Schaffung von Verdunstungsflächen

Beim Schwammstadt-Konzept geht es auch darum, Wasser und Grün im Stadtgebiet zu einer dominierenden Rolle zu verhelfen, um die Folgen des Klimawandels abzumildern. Künstlich angelegte Wasserflächen (Becken) sind nicht nur schön im Stadtbild, sie sorgen über Verdunstung auch für Kühle an heißen Sommertagen. Die gleiche Wirkung entfalten mit Pflanzen und Bäumen gestaltete Flächen.

Maßnahmen zum Schutz vor Überflutung

Es gibt bestimmte Maßnahmen, die konkret auf den Überflutungsschutz einzahlen: Zum Beispiel das Anlegen von Notwasserwegen, der Bau von Überflutungsmulden und -flächen (Retentionsflächen) sowie die multifunktionale Gestaltung und Nutzung von Freiflächen im urbanen Raum, die bei Starkregen überfluten dürfen.

Ortsnahe Regenwasserbewirtschaftung

Zu Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung zählt auch, Regenwasser in ein benachbartes Gewässer abzuleiten, indem zum Beispiel Dach- oder Grundstücksflächen von der Kanalisation abgekoppelt werden.

Zu sehen ist ein Foto einer Fassadenbegrünung mit grafischer Animation zur Funktionalität.

Fassaden- und Dachbegrünung

Gründächer speichern Regenwasser, was dann nicht mehr in die Kanalisation abfließt. Gut zu wissen: Bei unseren Förderprogrammen ist es eine Vorgabe, dass bei Fassadenbegrünungen das Regenwasser von Dachflächen in Zisternen gespeichert wird. Deshalb „sollten“ die Fassadenbegrünungen so konzipiert werden, dass zur Bewässerung von den Dachflächen aufgefangenes Regenwasser genutzt wird. Hausbegrünung kann schalldämmend wirken und den Energieverbrauch von Gebäuden senken.

Begrünung auf und an Gebäuden hat eine vielfach positive Wirkung für städtischen Wohn-​​ und Arbeitsraum: Neben der ästhetischen Aufwertung sorgt sie, mit verhältnismäßig wenig Platzbedarf und relativ einfachen Mitteln, durch Luftkühlung über Verdunstung und -​​filterung – also Photosynthese – für ein besseres Stadtklima.

Zu sehen ist ein Foto einer entsiegelten Fläche von einem Parkplatz und eine grafische Animation zur Funktionalität.

Entsiegelung

Parkplätze, Schottergärten oder andere Grundstücksflächen im privaten und öffentlichen Raum zu entsiegeln ist eine wirksame Maßnahme für die Schwammstadt. Wo die Oberflächen-​​Versiegelung aufgebrochen ist (zum Beispiel bei der Verwendung von Rasengittersteinen) kann Regenwasser im Boden versickern und den Grundwasserkörper stärken.

Zu sehen ist ein Foto von Baumrigolen mit einer grafischen Animation zur Funktionalität.

Baumrigolen

Baumrigolen speichern Regenwasser im Boden unter dem Baum und versorgen ihn in Trockenzeiten mit Flüssigkeit. Die Bäume werden durch diese Art der Bewässerung widerstandsfähiger und gesünder, spenden mehr Schatten und Verdunstungskühle.

Zu sehen ist ein Foto einer Muldenversickerung mit grafischer Animation zur Funktionalität.

Muldenversickerung

Durch den Bau von ober-​​ und unterirdischen Versickerungsanlagen wie Flächen-​​, Mulden-​​ oder Rigolenversickerung kann der natürliche Wasserkreislauf gestärkt werden. Regenwasser fließt nicht in die Kanalisation, sondern kann versickern oder wird ortsnah gespeichert, was eine Nutzung des Regenwassers zum Beispiel zum Gießen ermöglicht.

Zu sehen ist ein Foto eines Retensionsbeckens mir grafischer Animation zur Funktionalität.

Retentionsbecken

Beim Schwammstadt-​​Konzept geht es auch darum, Wasser und Grün im Stadtgebiet zu einer dominierenden Rolle zu verhelfen, um die Folgen des Klimawandels abzumildern. Künstlich angelegte Wasserflächen (Becken) sind nicht nur schön im Stadtbild, sie sorgen über Verdunstung auch für Kühle an heißen Sommertagen. Die gleiche Wirkung entfalten mit Pflanzen und Bäumen gestaltete Flächen.

Schwammstadt in der Praxis

In Städten der Emscher-​Lippe-​Region finden sich bereits viele Beispiele für Klima.Projekte. Mach dir selbst ein Bild, entdecke die baulichen Projekte mithilfe unserer Projektkarte!

Struktur.Wandel

Erfolgsprojekte in der Emscher-Lippe-Region

In unserer interaktiven Projektkarte entdeckst du Beispiele dafür, welche Schwammstadt-Maßnahmen bereits erfolgreich in den Städten der Region umgesetzt wurden.

Zu den Projekten

Mann und Frau gehen auf begrüntem Dach spazieren.Mann und Frau gehen auf begrüntem Dach spazieren.
Frau sitzt auf Beton gegossener Bank.

Klima.Förderung

Wir bieten finanzielle Unterstützung

Du möchtest auch einen Beitrag zur Schwammstadt der Zukunft beitragen? Die Kosten für die Umsetzung musst du nicht alleine tragen. Finde heraus, welche Förderung die richtige für dich ist.

Zu den Förderungen

Man sieht im Detail wie eine eine entsiegelte Fläche zwischen Rastersteinen für Versickerung sorgt.

Schwammstadt-Maßnahmen

In unseren Steckbriefen stellen wir dir alles Wissenswerte vor. Welche Maßnahme ist für dich relevant? Über welches Programm wird sie gefördert? Kannst du sie mit Hilfe unserer Bauanleitungen selbst umsetzen?

Zu den Maßnahmen

Antworten auf Fragen

Was bedeutet das Schwammstadtprinzip?

Das Schwammstadtprinzip beschreibt einen Ansatz der Stadtplanung, bei dem Regenwasser lokal gespeichert, versickert oder genutzt wird. Verschiedene Maßnahmen sorgen dafür, dass die wertvolle Ressource Regenwasser nicht direkt in die Kanalisation abgeleitet wird. Ziel ist es, Städte widerstandsfähiger gegen Starkregen, Trockenheit und Hitzeperioden zu machen.

Welche Vorteile hat eine Schwammstadt?

Zu den wesentlichen Vorteilen der Schwammstadt zählen verbesserte Lebensqualität durch mehr , höhere , besseres Mikroklima, geringere Überflutungsgefahr bei Starkregen und eine nachhaltige Grundwasserneubildung.

Welche Kosten entstehen beim Bau einer Schwammstadt?

Die Kosten für Schwammstadt-​Maßnahmen variieren stark je nach Umfang und Komplexität. Einzelne Maßnahmen wie Entsiegelungen oder Rigolenbau liegen meist zwischen 80 und 240 Euro pro Quadratmeter. sind unterirdische Speicherkörper, die Regenwasser sammeln und es langsam versickern lassen. Größere Projekte auf Quartiersebene erfordern Investitionen von mehreren Millionen Euro.

Welche Kritikpunkte gibt es beim Schwammstadt-Konzept?

Oft wird kritisiert, dass die Planung und Pflege von begrünten Fassaden und anderen Schwammstadt-​Maßnahmen aufwendig ist und verschiedene Fachleute zusammenarbeiten müssen. Auch die laufenden Kosten sind höher, zum Beispiel durch technische Wartungen, regelmäßige Überprüfungen und spezielle Pflegearbeiten.

Gemeinsam machen wir die Region klimafest!

Weitere Informationen

Kleiner Junge gießt Baum in der Nachbarschaft.

Rat.Geber Begrünung

Warum Stadt.Grün wichtig ist

In unseren Städten dominiert leider immer noch das Grau. Das muss sich ändern. Nur durch mehr Stadtgrün schaffen wir eine lebenswerte Umgebung und passen uns den Folgen des Klimawandels an.

Zum Rat.Geber

Baumrigolen in Bochum

Baumrigolen im Ruhrgebiet

Einfach, unauffällig und sinnvoll

Bäume tragen zu einem guten Stadtklima bei und sorgen im urbanen Umfeld für optimale Entlastung. Für die Bewässerung von Stadtbäumen in Trockenzeiten sind Rigolen da.

Zu den Baumrigolen

Aufgespannter Regenschirm im Regen.

Starkregenberatung

Beratungsstellen in den Städten

Starkregen kann schnell zu Überflutungen führen. Wer eine Immobilie besitzt, sollte sich um die Vorsorge kümmern. Dafür stehen in allen Ruhrgebietsstädten Starkregenberatungen kostenlos zur Verfügung.

Zur Starkregenberatung

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Bilder: Zukunftsinitiative Klima.Werk/EGLV