Dortmund. In Dortmund-Huckarde soll in Zukunft deutlich weniger Regenwasser in die fließen. Denn wenn Regen stattdessen versickert oder direkt in Gewässer geleitet wird, stärkt das den lokalen und lindert Probleme bei . Die Stadtverwaltung will ein bestimmtes Gebiet in Huckarde daher für das Förderprogramm KRiS des Landes NRW und von Emschergenossenschaft/Lippeverband anmelden.
Ausgeschrieben heißt das Landesförderprogramm „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ (KRiS). Eine Prüfung hat ergeben, dass das Huckarder Gebiet die wichtigste Voraussetzung des Programms erfüllt: Mehr als ein Viertel der dortigen befestigten Fläche könnte von der abgekoppelt werden. Das bedeutet: Regenwasser, das dort derzeit in die Kanalisation läuft, könnte versickern oder abfließen. Der Ausschuss für Mobilität, Infrastruktur und Grün der Stadt Dortmund soll nun entscheiden, ob das Projekt als sogenannter Gestaltungsraum im KRiS-Programm angemeldet wird.
Auch Private könnten Fördermittel beantragen
Wird der Gestaltungsraum in Huckarde zum Fördergebiet, könnten 90- bis 100-prozentige Zuschüsse für verschiedene Maßnahmen fließen: Von der Dach- und Fassadebegrünung über das Anlegen von und die von Flächen bis zum Anlegen von Abflüssen, die Regenwasser direkt in Gewässer leiten. Hier wird das Prinzip der sogenannten „“ verfolgt, die Regenwasser aufnimmt und nutzt, statt es zu entsorgen.
Nicht nur die Stadt, auch private Eigentümer*innen werden dann bis Ende 2030 Anträge für konkrete Vorhaben im Gestaltungsraum stellen können. Nach der Bewilligung hätten sie abhängig von der Art des Vorhabens maximal ein bis drei Jahre Zeit, um ihr Projekt umzusetzen und abzurechnen. Als Schlüssel sieht die Stadt die eigenen Liegenschaften und die Bestände der Wohnungswirtschaft.
Wie viel Geld nach Huckarde fließen würde, hängt am Ende von den Anträgen ab. Die Bewilligungen aus dem KRiS-Gesamttopf von 250 Millionen Euro werden in der Reihenfolge des Antragseingangs geprüft. Mit Schüren ist bereits ein Dortmunder Gebiet angemeldet, für das Gebiet „Campus“ rund um die TU und ein Gebiet in Wickede laufen Anmeldungen.
Möglicher Gestaltungsraum von der Kokerei bis zur Mallinckrodtstraße
Der mögliche Gestaltungsraum Huckarde umfasst unter anderem das Gelände der Kokerei Hansa und das Quartier Huckarde-Nord/Mailoh im Norden, das Gebiet um die Kläranlage Deusen und einige bebaute Bereiche entlang des Roßbachs bis hin zur Insterburger Straße und dem Walkmühlenweg.
Die Umsetzung im Klimaquartier Huckarde würde durch das Amt für Stadterneuerung koordiniert und begleitet. Die stadtweite Koordination für KRiS liegt beim städtischen Eigenbetrieb Stadtentwässerung.
KRiS ist ein Programm des Landes Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV). Eine 60-prozentige Förderung stellt das Land zur Verfügung, EGLV stocken sie auf: Mitglieder von EGLV wie die Stadt Dortmund erhalten 100 Prozent, Nicht-Mitglieder 90 Prozent. Infos zum KRiS-Förderprogramm stehen auf der Homepage der Zukunftsinitiative Klima.Werk.
Die Emschergenossenschaft
Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die . Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden über 130 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen. www.eglv.de
Die Zukunftsinitiative Klima.Werk
In der arbeiten Emschergenossenschaft und Lippeverband gemeinsam mit Städten der Emscher-Lippe-Region an einer wasserbewussten Stadt- und Raumentwicklung, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität in den Quartieren zu steigern. Der blau-grüne Umbau startete 2005 mit der Zukunftsvereinbarung Regenwasser (ZVR) von Emschergenossenschaft, Emscher-Kommunen und dem Land NRW und entwickelte sich 2014 zur Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ weiter, jetzt Zukunftsinitiative Klima.Werk. Seit 2025 gibt es neu das Programm Emscher-Lippe Klima.Anpassung (ELKA), das Bausteine zum Schwammstadt-Umbau von öffentlichen und privaten Flächeneigentümer:innen fördert.
Unter dem Dach des Klima.Werks wird das Ruhrkonferenz-Projekt „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ des Landes Nordrhein-Westfalen umgesetzt, an dem sich seit 2020 alle Wasserverbände der Region beteiligen. Die Förderkulisse des Projekts umfasst das Gebiet des Regionalverbandes Ruhr (53 Städte und Gemeinden). In den klimafesten Wandel sollen bis 2030 rund 250 Millionen Euro investiert und in ausgewiesenen Gebieten 25 Prozent der befestigten Flächen abgekoppelt und die Verdunstungsrate um 10 Prozentpunkte gesteigert werden. Die Serviceorganisation der Zukunftsinitiative bei Emschergenossenschaft und Lippeverband setzt mit den Städten die Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung um. Weitere Informationen (auch zu Förderung von Projekten) auf www.klima-werk.de.