Klima.Insel macht Station auf dem Bahnhofsvorplatz

Pressemitteilung vom 04.07.23

Hamm. Mehr Gründächer, mehr begrünte Fassaden und damit mehr Speicherplätze für Regenwasser: Das brauchen die Städte im Ruhrgebiet, um die Folgen des Klimawandels abzufedern. Die Klima.Insel klärt am Dienstag, 11. Juli, deshalb auf dem Bahnhofsvorplatz zum Thema Schwammstadt auf. Mitarbeiter*innen des Umweltamts und des Lippeverbandes informieren an der grünen Oase über Klimafolgenanpassung und wollen mit Bürger*innen ins Gespräch kommen.

Umweltamt der Stadt Hamm und Lippeverband laden ein

Die Städte heizen sich stärker auf, immer häufiger gibt es Starkregen, der Keller und Straßenkreuzungen überflutet – oder es regnet lange Zeit gar nicht. Diesen Folgen der Klimakrise sind Kommunen und Bürger*innen nicht hilflos ausgeliefert: Es gibt Lösungen, zum Beispiel das städtebauliche Prinzip der Schwammstadt. Das und mehr ist Thema an der Klima.Insel, die am Dienstag, 11. Juli, auf dem Vorplatz des Hammer Hauptbahnhofs steht. Dabei handelt es sich um ein mobiles grünes Zimmer, das aus einer kleinen Plattform mit bepflanzten Spalieren und einem grün-berankten Dach besteht – die wohltuende Wirkung von Grün wird so sicht- und erlebbar, besonders auf stark versiegelten Flächen. Die Klima.Insel ähnelt dem mobilen grünen Zimmer, das letztes Jahr auf dem Martin-Luther-Platz stand.

Wie können die Städte der Zukunft aussehen

„Wir laden an diesem Tag dazu ein, gemeinsam zu überlegen, wie die Städte der Zukunft aussehen können und müssen“, sagt Wilma Großmaas, Klimafolgenanpassungsmanagerin der Stadt Hamm. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Dach- oder Fassadenbegrünung an der eigenen Immobilie? Denn Versickerungs- und Speichermöglichkeiten für Regenwasser zu schaffen und die wertvolle Ressource nicht mehr in die Kanalisation abzuleiten, ist die Leitlinie der Schwammstadt. Dazu kann jede und jeder Einzelne beitragen und so das Klima in der eigenen Stadt positiv beeinflussen - und zusätzlich bei den Abwassergebühren sparen. Wer sich noch nicht vorstellen kann, wie ein begrüntes Dach aussieht und funktioniert, kann am 11. Juli das Modell einer Dachbegrünung in Augenschein nehmen.

Workshop "Hammer Hitze" und Vorleseaktion

Von 10 bis 17 Uhr sind Vertreter*innen der Stadt Hamm und des Lippeverbandes als Ansprechpartner*innen vor Ort. Außerdem gibt es ein Programm an der Klima.Insel: Unter dem Motto „Hammer Hitze“ findet für Kinder von acht bis zwölf Jahren von 14 bis 16 Uhr ein Workshop statt (Anmeldung per Email bis zum 10. Juli an nicole.denker@stadt.hamm.de. Außerdem gibt es zusammen mit der Stadtbibliothek eine Vorleseaktion für eine KiTa zum Thema Klima und Umwelt.

Klima.Werk: Stadtplanung und Wasserwirtschaft zusammen denken

Für die Umsetzung konkreter Klimaanpassungsprojekte erhält die Stadt Hamm Unterstützung bei der Serviceorganisation der Zukunftsinitiative Klima.Werk. Diese ist im Haus von Emschergenossenschaft und Lippeverband in Essen angesiedelt. Als zentrale Anlaufstelle unterstützt sie Städte dabei, mögliche Baummaßnahmen zu identifizieren, Förderanträge auf den Weg zu bringen oder berät fachlich beim Thema Klimafolgenanpassung. Die Klima.Insel ist eine gemeinsame Aktion der Zukunftsinitiative, das Gastspiel in Hamm ist Ausdruck für die verstärkte Kooperation der Stadt mit dem Klima.Werk. Der Ansatz: Stadtplanung und Wasserwirtschaft zusammen denken und planen.

Unter dem Dach des Klima.Werks wird auch das Ruhrkonferenz-Projekt „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ des Landes Nordrhein-Westfalen umgesetzt, an dem sich seit 2020 alle Wasserverbände der Region beteiligen. Die Förderkulisse des Projekts umfasst das Gebiet des Regionalverbandes Ruhr (53 Städte und Gemeinden). In den klimafesten Wandel sollen bis 2030 rund 250 Millionen Euro investiert und in ausgewiesenen Gebieten 25 Prozent der befestigten Flächen abgekoppelt und die Verdunstungsrate um 10 Prozentpunkte gesteigert werden. Die Stadt Hamm hat im Juni ihren ersten Förderbescheid für das Projekt entgegengenommen.

 

Die Emschergenossenschaft

 

Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.

Die Zukunftsinitiative Klima.Werk

In der Zukunftsinitiative Klima.Werk arbeiten Emschergenossenschaft und Emscher-Kommunen zusammen an einer wasserbewussten Stadt- und Raumentwicklung, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität in den Quartieren zu steigern. Der grün-blaue Umbau startete 2005 mit der Zukunftsvereinbarung Regenwasser (ZVR) und entwickelte sich 2014 zur Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ weiter, jetzt Zukunftsinitiative Klima.Werk. Unter dem Dach des Klima.Werks wird das Ruhrkonferenz-Projekt „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ des Landes Nordrhein-Westfalen umgesetzt, an dem sich seit 2020 alle Wasserverbände der Region beteiligen. Die Förderkulisse des Projekts umfasst das Gebiet des Regionalverbandes Ruhr (53 Städte und Gemeinden). In den klimafesten Wandel sollen bis 2030 rund 250 Millionen Euro investiert und in ausgewiesenen Gebieten 25 Prozent der befestigten Flächen abgekoppelt und die Verdunstungsrate um 10 Prozentpunkte gesteigert werden. Die Serviceorganisation der Zukunftsinitiative bei der Emschergenossenschaft setzt mit den Städten die Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung um.