Geheimnis des Klima.Parkplatzes in Herne entdecken

Pressemitteilung vom 25.10.23

Das Bautagebuch und das Video sind jetzt abrufbar. Außerdem erhält der Klima.Parkplatz ein Wasser.Zeichen als Anerkennung für das Projekt.

Herne. Was die Fläche am Sportpark Eickel zum Klima.Parkplatz macht, befindet sich hauptsächlich unter der Erde: Speicher, so genannte Rigolen, die Regenwasser auffangen. Ein Wasser.Zeichen am Rand des Areals in Herne macht auf die unterirdische Besonderheit und ihren positiven Effekt fürs Stadtklima aufmerksam. Interessierte können sich zudem online über das Projekt informieren, das die Stadt Herne als Maßnahme zur Klimaanpassung und als Teil der Zukunftsinitiative Klima.Werk umgesetzt hat.

Daniel Wirbals, Abteilungsleiter Klima- und Immissionsschutz bei der Stadt Herne, mit den Fachbereichskolleginnen Kerstin Agatz (li.) und Julia Landowski am Wasser.Zeichen auf dem Klima.Parkplatz in Herne.
© Zukunftsinitiative Klima.Werk/EGLV

Wie riesengroße Bierkästen sehen die Boxen mit einer Gitterstruktur aus. Sie sind während der Umbauphase des Parkplatzes in der Erde versenkt worden und haben dort eine wichtige Aufgabe: Wie ein Schwamm Wasser zu speichern unter der rund 2000 Quadratmeter großen Parkfläche in der Nähe von Sporthalle, Stadion, Schulen und Wohnhäusern. Die Bierkästen sind Rigolen, unterirdische Speicher unter dem Parkplatz-Areal am Sportpark in Eickel.

 

Überflutungen sind weniger wahrscheinlich

Damit hat sich die Stadt Herne bewusst dazu entschieden, die ehemals versiegelte Fläche klimagerecht umzugestalten. Denn was Extremwetter-Ereignisse angeht, war das Gelände mit Gefälle ein neuralgischer Punkt: Bei Hitze heizte sich der Asphalt auf, bei heftigem Niederschlag rauschte das Wasser an der Oberfläche zu Gebäuden und Straße. Eine Überlastung der Kanalisation durch Starkregen sowie daraus folgende Überflutungen sind nach dem Umbau zum Klima.Parkplatz zwar nicht ausgeschlossen, aber weniger wahrscheinlich. Oben auf dem Parkplatz sind Gittersteine verlegt, durch die Regenwasser versickern kann, offene Rinnen leiten das Wasser zu den Bäumen und in die Rigolen, von dort läuft es ins Grundwasser ab oder versorgt die Wurzeln der Bäume.

Schritt für Schritt den Umbau nachvollziehen

Die Zukunftsinitiative Klima.Werk hat das Projekt zur Klimaanpassung mit einem Wasser.Zeichen ausgezeichnet, um den Vorbildcharakter zu betonen. Das Schild steht am Parkplatz, eine weitere Infotafel informiert über diese Schwammstadt-Maßnahme, bei der Regenwasser nicht mehr in die Kanalisation abgeleitet wird. Wer mehr wissen möchte, findet hier ein Bautagebuch, ein QR-Code auf dem Schild führt Nutzer*innen auch direkt vor Ort auf die Webseite. Eine Projektbeschreibung gibt es auch. Ein Video über das Vorzeige-Projekt kann bei Youtube abgerufen werden.

Die Emschergenossenschaft

 

Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.

Die Zukunftsinitiative Klima.Werk

In der Zukunftsinitiative Klima.Werk arbeiten Emschergenossenschaft und Emscher-Kommunen zusammen an einer wasserbewussten Stadt- und Raumentwicklung, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität in den Quartieren zu steigern. Der grün-blaue Umbau startete 2005 mit der Zukunftsvereinbarung Regenwasser (ZVR) und entwickelte sich 2014 zur Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ weiter, jetzt Zukunftsinitiative Klima.Werk. Unter dem Dach des Klima.Werks wird das Ruhrkonferenz-Projekt „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ des Landes Nordrhein-Westfalen umgesetzt, an dem sich seit 2020 alle Wasserverbände der Region beteiligen. Die Förderkulisse des Projekts umfasst das Gebiet des Regionalverbandes Ruhr (53 Städte und Gemeinden). In den klimafesten Wandel sollen bis 2030 rund 250 Millionen Euro investiert und in ausgewiesenen Gebieten 25 Prozent der befestigten Flächen abgekoppelt und die Verdunstungsrate um 10 Prozentpunkte gesteigert werden. Die Serviceorganisation der Zukunftsinitiative bei der Emschergenossenschaft setzt mit den Städten die Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung um.